11.
2016
Vorgezogenes Zürcher-Derby
Nach einer knapp dreiwöchigen, der Nationalmannschaft geschuldeten Unterbrechung nimmt die Nationalliga A am Wochenende ihren Meisterschaftsbetrieb wieder auf. Vorgezogen eröffnet wird die neunte Runde vom HC Rychenberg, der am heutigen Abend den Tabellensiebten UHC Uster in Oberseen zum kantonalen Derby bittet (Spielbeginn: 19:30 Uhr).
2010 ins Oberhaus aufgestiegen wurde Uster in den letzten Jahren wiederholt als möglicher Kandidat für die Playoffteilnahme gehandelt. Zuletzt wurden seine Aussichten auf einen Platz unter den besten acht Teams verschiedentlich gar mit «wann, wenn nicht jetzt?» beschrieben. Geklappt hat es bislang allerdings noch nie. Stets verpassten die Zürcher Oberländer ihr Ziel mehr oder minder deutlich und wurden in die Playouts verbannt. Dort gelang es ihnen immerhin ausnahmslos, sich mal mit mehr, mal mit weniger Mühe den Ligaerhalt zu sichern.
Für die laufende Saison wählte Uster die Vorwärtsstrategie. Erstmals in der Klubgeschichte gelang es, ge-standene NLA-Spieler ins Buchholz zu holen. Mit dem spielstarken Verteidiger Florian Bolliger kehrte ein Nationalspieler an alte Wirkungsstätte zurück und mit Raphael Berweger ein treffsicherer Flügelstürmer. Dazu sorgte Sportchef Thomas Schwarz mit der Verpflich-tung Oskar Henrikssons vom schwedischen Spitzen-team Pixbo Wallenstam IBK für steigende Erwartungen. Angesichts dieser namhaften Verstärkungen bei nur einem namhaften Abgang, jenem von Marco Klauen-bösch zu Rychenberg, kann für den neuen Cheftrainer Simon Meier die Frage also nur lauten: «Wann, wenn nicht jetzt?»
Das sieht HCR-Trainer Kern im Grunde genauso: «Anders als bisher besitzt Uster nun eine Mannschaft, die gegen Teams aus den vorderen Regionen mithalten und sie gar schlagen kann.» Im Heimspiel gegen den Titelkandidaten Köniz ist dies dem Meier-Team auch schon einmal gelungen. Was ihm bislang allerdings noch abgeht, ist die nötige Konstanz. So gab es neben diesem schönen Erfolg auch unerwartete Niederlagen, zum Saisonstart gegen den Aussenseiter UHC Waldkirch-St. Gallen und in Runde 8 gar gegen den punkte-losen Abstiegskandidaten Nummer 1, den UHC Grünenmatt-Sumiswald.
Trotz dieser Tiefschläge befindet sich Uster nach acht Runden über dem Strich und damit auf Kurs. Mit ihren 16 respektive 15 Skorerpunkten wesentlichen Anteil daran haben der Finne Markus Kulmala und der Scharfschütze Manuel Hummer. Förderlich auf dem Weg zu mehr kollektiver Robustheit wird sein, wenn der seit der sechsten Runde angeschlagen pausierende Henriksson wieder mittun kann. Aus Winterthurer Sicht interessiert vor allem eines: Hat der HCR seine ansprechende Form über die dreiwöchige Pause hinüberretten können? Das Derby ist für die Beantwortung dieser Frage gewiss eine gute Standortbestimmung.
Das Spiel kann live auf der Videoplattform www.swissunihockey.tv mitverfolgt werden.
Quelle: HC Rychenberg Winterthur, René Bachmann