08.
2020
Würdiger Abschied der NLA-Legenden
Am Samstagabend ging in Winterthur "The Last Dance" über die Bühne - die Verabschiedung zahlreicher Spielerinnen und Spieler der höchsten Liga, deren Karriereende im März völlig abrupt eintrat. In einem lockeren Spiel über dreimal 15 Minuten stand der Spass im Vordergrund.
Aufgrund einiger Absagen wegen Verletzungen konnten die beiden Teams unter der Leitung der Captains Seraina Ulber und Matthias Hofbauer nicht ganz mit zwei Linien spielen. Auf der Torhüterposition griffen die Veranstalter auf das frühere Wiler-Duo Samuel Zimmermann und Nicolas Wolf zurück.
Team Ulber gelang der Start ins Spiel deutlich besser, obwohl Matthias Hofbauer mit der Sturmlinie Zwinggi/Hofbauer/Scheidegger eine an WM-Ruhm reich dekorierte Startformation aufs Feld schickte. Michael Zürcher auf der Gegenseite, der genau wie Hofbauer Jahrgang 1981 hat und der älteste Akteur auf dem Platz war und der im Verlauf seiner Karriere vom Stürmer zum Verteidiger "umfunktioniert" wurde, legte grossen Offensivdrang zu Tage und eröffnete das Skore. Durch Tore von Luc Grunder, der auch sich auch in den regelmässig durchgeführten Live-Interviews auf der Spielerbank schlagfertig zeigte und Thomas Grüter, zog das in Weiss spielende Team Ulber auf 3:0 davon.
Der "dritte Frühling" der Einheimischen
Das erste Tor für das Team Hofbauer gelang einer Spielerin, deren Rücktritt erst einen Tag vor "The Last Dance" bekannt geworden war: Margrit Scheidegger. Überhaupt zeigten sich viele Winterthurer "Legenden" wie Scheidegger, Frick (Red Ants) oder Benjamin Borth und Michel Schwerzamm (HCR) in bester Spiellaune. Borth gelang als einziger Akteur dieses Spiels ein Hattrick - dabei war er eigentlich schon vor einem Jahr vom NLA-Unihockey zurückgetreten, genau wie Margrit Scheidegger heuer erst kurz vor Meisterschaftsbeginn.
Doch in dem Abschiedsspiel ging es erwartungsgemäss nicht nur um Sieg und Tore - auch die Bekleidung der Spielerinnen und Spieler sorgte für Aufsehen. Von einem Sponsor waren bunte Socken offeriert worden, und als Luc Grunder nach seinem Fitnessstand befragt wurde, antwortete er: "Man hätte uns gestreifte Trikots zur Verfügung stellen können, die den Bauchansatz etwas besser verbergen."
Knappes Resultat und Standing Ovation
Im weiteren Spielverlauf kam das Team Hofbauer resultatmässig zurück ins Spiel und konnte durch Alexandra Frick in der 22. von 45 Spielminuten sogar erstmals in Führung gehen, Michael Zürcher sorgte aber mit seinem zweiten Tor postwendend für den Ausgleich. Anjo Urner mit einem Zorro-Tor und Matthias Hofbauer mit einem herrlichen Penalty sorgten im zweiten Drittel für zwei der zahlreichen Highlights. Auch nach zwei Dritteln lag das Team Ulber knapp in Führung, trotz einem munteren Hin und Her im Schlussdrittel retteten die acht Spielerinnen und Spieler in Weiss den knappen Vorsprung über die Ziellinie und setzten sich mit 10:8 durch.
Viel wichtiger als das Resultat war an diesem Abend aber die Freude am Spiel und der würdige Abschied verdienter NLA- bzw. Nationalspielerinnen und -Spieler. Die besten Bilder des Anlasses sind hier zu finden. Leider schreckten die strengen Hygienevorschriften, die für Sportanlässe immer noch gelten, wohl einige Zuschauer vom Besuch des Spiels ab. Die Hauptdarsteller auf dem Platz hatten aber trotzdem sichtlich Freude an ihrem letzten Auftritt und wurden von den Anwesenden - darunter zahlreiche Spielerinnen und Spieler der an der Mobiliar Trophy teilnehmenden Mannschaften - gebührend gefeiert.
Team Hofbauer - Team Ulber 8:10 (2:3, 4:4, 2:3)
Team Hofbauer: Nicolas Wolf; Nico Berlinger, Steven Fiechter, Matthias Hofbauer, Alexandra Frick, Michel Schwerzmann, Anjo Urner, Katrin Zwinggi, Margrit Scheidegger, Cédric Rüegsegger.
Team Ulber: Samuel Zimmermann; Luc Grunder, Thomas Grüter, Lukas Meister, Seraina Ulber, Sarah Altwegg, Olivier Hirschi, Michael Zürcher, Benjamin Borth.
Torschützen Team Hofbauer: Scheidegger (2), Schwerzmann (2), Hofbauer (Penalty), Urner, Frick, Fiechter.
Torschützen Team Ulber: Borth (3), Zürcher (2), Grüter (2), Grunder, Ulber, Hirschi.