06.
2017
Würdiger Abschied für Hitz
Kürzlich hat Martin Hitz seinen Rücktritt aus dem Unihockey-Spitzensport erklärt. Trotzdem steht der Malanser Torhüter wegen seiner Nomination zum Bündner Sportler des Jahres bereits wieder im Rampenlicht.
«Ich habe im ersten Moment gar nicht realisiert, worum es eigentlich geht, da ich nur gefragt wurde, ob ich am Freitag, 23. Juni, Zeit hätte.» Die Nominierung zum Sportler des Jahres kam für Martin Hitz ziemlich überraschend. «Erst als ich den Grund für diese Terminanfrage erfuhr und mich genauer mit der Wahl auseinandersetzte, wurde mir bewusst, was für eine Ehre mir da zuteilkommt.»
Ein lange geplanter Entscheid
Wie Hitz weiter sagt, ist ihm erst nach seinem Rücktritt bewusst geworden, wie er von aussen wahrgenommen wird. «Ich war überrascht, wie viele Rückmeldungen ich erhielt. Offensichtlich haben extrem viele mit mir mitgefiebert.» Den Rücktritt vom Rücktritt gebe er aber trotzdem nicht. «Mein Entscheid fiel nicht von heute auf morgen», so Hitz. Bereits beim Rücktritt aus der Nationalmannschaft 2015 sei auch ein komplettes Karrierenende zur Diskussion gestanden.
Doch Hitz hängte dann noch ein Jahr an und verpasste die grosse Krönung seiner Karriere im Superfinal gegen den SV Wiler Ersigen denkbar knapp (5:6 im Penaltyschiessen). Dies trotz eines überragenden Spiels. Konstanz sei schon während seiner ganzen Karriere eine Stärke gewesen, meint der 34-Jährige dazu nur. Ein besonderes Spiel bleibe ihm darum nicht in Erinnerung. «Das liegt vielleicht aber auch daran, dass ich sehr selbstkritisch und ein Perfektionist bin.»
Nun sucht Hitz nach 24 Jahren als Torhüter eine neue Herausforderung. Den Alligatoren wird der Kübliser aber voraussichtlich erhalten bleiben. Er soll gemäss eigener Aussage beim Aufgleisen neuer Vereinsstrukturen helfen.
Auch der Sport wird trotz seines Karrierenendes nicht zu kurz kommen. Fussball und Inline-Hockey im Sommer und Ski fahren und Eishockey im Winter will er künftig häufiger ausüben. Ausserdem arbeitet er weiterhin als Sportlehrer in Grüsch.
Der Kreis schliesst sich
Sowohl sein erstes als auch sein letztes Spiel im NLA-Team bestritt Hitz im Alligator-Dress - und zu beiden gibt es eine spezielle Anekdote. Sein Debüt im NLA-Team gab er völlig unerwartet bei einem Europacup-Halbfinale im Januar 2003, wo er eigentlich nicht einmal damit gerechnet hatte, überhaupt ein Spiel von der Bank aus mitzuerleben. Doch im Halbfinal gegen den schwedischen Spitzenklub Pixbo war er als zweiter Torhüter aufgeboten und wurde aufgrund des klaren Rückstandes nach zwei Dritteln eingewechselt. Er parierte sogar noch einen Penalty, konnte aber eine deutliche Niederlage auch nicht verhindern.
Beim letzten Spiel - dem bereits erwähnten Superfinal gegen Wiler sorgte dann sein jüngerer Bruder für eine spezielle Geschichte: Er tauchte als Zuschauer in voller Torhütermontur inklusive Goaliemaske auf und wurde von vielen anderen Matchbesuchern um ein Autogramm gebeten. Ein Unihockeymagazin vermeldete gar, dass sich Martin Hitz in seiner kompletten Ausrüstung auf den Heimweg mit dem Zug gemacht habe. Als Martin Hitz seinen Bruder dann nach dem Match sah, trieb es ihm trotz der bitteren Finalniederlage ein Lächeln ins Gesicht.
Quelle: "Die Südostschweiz", von Patrick Kuoni