11.
2018
Dämpfer für Zug United
Zug United kassierte in der 11. Runde der NLA auswärts bei Waldkirch-St. Gallen 17 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Treffer zum 6:7. Damit gab es am Playoffstrich einen grossen Zusammenschluss.
Auf der einen Seite laute Gesänge und Jubelschreibe, auf der anderen lange, bedröppelte Gesichter. In einem Spiel zweier Konkurrenten, das lange hin und her wog und mehrere Führungswechsel hatte, standen die Zuger am Ende mit leeren Händen da, während der UHC Waldkirch-St. Gallen nach sieben Niederlagen de suite wieder ein Erfolgserlebnis feiern konnte. Damit trennen die Teams um den Playoffstrich von Zug (7.) bis WaSa (10.) nur noch vier Punkte.
Für die Zuger war insbesondere die letzte Wende in diesem Drama ärgerlich. Sie hatten zwischen der 37. und der 45. Minuten ein 3:5 in ein 6:5 verwandelt - auch dank einem Doppelschlag von Verteidiger Calle Kostov-Bredberg. Die Zentralschweizer hatten im Anschluss das Spielgeschehen mehrheitlich im Griff, verpassten es indes, eine der sich bietenden Konterchancen zur Vorentscheidung zu nutzen. Und als Daniel Mück zweieinhalb Minuten vor Schluss einen harmlosen Schuss von Thomas Mittelholzer zwischen den Beinen passieren liess, schöpften die Gastgeber Hoffnung auf die volle Punktzahl.
Schiess ins Glück
31 Sekunden vor Schluss nahm WaSa-Coach Fabian Arvidsson bei einem Freischlag sein Time-out. Zwar funktionierte die angedachte Variante nicht, doch behielten die Ostschweizer den Ball in Person von Michael Schiess. Dieser setzte sich an der Bande gegen Kostov-Bredberg durch, zog praktisch auf der Grundlinie Richtung Tor und düpiert auch Mück mit einem Lupfer in die nahe Ecke. 17 Sekunden vor Schluss kannte der Jubel in der Sporthalle Seeblick in Mörschwil bei den Einheimischen kaum Grenzen.
Verdient haben sich die St. Galler den Erfolg mit einer aktiven und kämpferischen Leistung. Vor allem im mittleren Spielabschnitt waren sie bessere Mannschaft und hatten deutlich mehr vom Spiel. Es brauchte aber etwas Glück, um die Zuger Führung aus dem ersten Drittel zu egalisieren. Nach einem Schuss Manuel Büssers lag der Ball irgendwo vor der Torlinie und beim Versuch, diesen wegzubugsieren, schob ihn Mück über die Torlinie. Sehenswert waren dann die Tore zum 4:3 und 5:3 - und beide Male war Michael Schiess beteiligt. Erst tanzte der Ostschweizer Topskorer bei nur je vier Feldspielern auf dem Feld und überlistete Mück gekonnt. Dann bediente er den in der Mitte freistehenden Roman Mittelholzer. Dank einem platzierten Weitschuss hielt Billy Nilsson seine Farben vor dem zweiten Seitenwechsel im Spiel.
Zuger Weitschüsse
Überhaupt waren die Zuger fast nur mit Weitschüssen erfolgreich. Schon im ersten Drittel hatten Manuel Staub, Simon Abt und Patrik Rokka Keeper Dominic Jud so bezwungen. Letztlich waren die Special Teams, sonst eine Stärke der Zuger, diesmal die Achillesferse: Statt im (einzigen) Powerplay in Führung zu gehen, entwischte Thomas Mittelholzer und schoss das 1:0. Ein missglücktes Forechecking der ersten Formation, führte zum 1:2. Und als Mitteldrittel Billy Nilsson und Moreno Sonderegger nach einem Rencontre ihre Gemüter auf der Strafbank kühlen mussten, nutzten nicht die Zuger Ballkünstler den zur Verfügung stehenden Raum, sondern eben Michael Schiess.
Am Mittwoch gegen GC
Vor der langen WM-Pause steht unter der Woche noch die 12. Runde auf dem Programm: Die Zuger müssen beim Titelkandidaten GC antreten. Die Stadtzürcher liegen derzeit - bei einem Spiel weniger - einen Punkt hinter Leader Wiler-Ersigen und haben seit der Niederlage zum Saisonauftakt gegen eben diesen Gegner neun Siege (!) aneinandergereiht. Dabei überzeugen die einst für ihre Offensive gefürchteten Grasshoppers nun vor allem mit einer guten Defensive. Kein Team erhielt im bisherigen Saisonverlauf weniger Tore als das Team von Luan Misini - weniger als drei im Schnitt. Im Vergleich: Die Zuger kassieren im Schnitt pro Spiel mehr sechs Treffer.
Waldkirch-St. Gallen - Zug United 7:6 (2:3, 3:1, 2:2)
Sporthalle Seeblick, Mörschwil. 358 Zuschauer. SR Hohler/Koch.
Tore: 7. Thomas Mittelholzer (Büsser/Ausschluss Joel Conzett!) 1:0. 8. Staub (Mück) 1:1. 12. Chris Eschbach (Thomas Mittelholzer) 2:1. 13. Abt (Dahlqvist) 2:2. 16. Rokka (Abt) 2:3. 26. Mück 3:3 (Eigentor). 29. Schiess (Ausschlüsse Billy Nilsson; Sonderegger) 4:3. 35. Roman Mittelholzer (Schiess) 5:3. 37. Nilsson 5:4. 43. Kostov-Bredberg (Rokka) 5:5. 45. Kostov-Bredberg (Nilsson) 5:6. 58. Thomas Mittelholzer (Nico Conzett) 6:6. 60. (59:43) Schiess 7:6.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Waldkirch-St. Gallen. 2mal 2 Minuten gegen Zug United.
Waldkirch-St. Gallen: Jud; Meier, Büsser; Jeanot Eschbach, Thomas Mittelholzer; Sonderegger, Joel Conzett; Schiess, Jordan, Roman Mittelholzer; Chris Eschbach, Nico Conzett, von Pritzbuer; Gross, Angehrn, Possag; Rüegg.
Zug United: Mück; Uhr, Kostov-Bredberg; Menon, Yannick Schelbert; Staub, Furger; Peter Flütsch, Mock, Nilsson; Abt, Rokka, Dahlqvist; Poletti, Laely, Fiechter.
Bemerkungen: Zug ohne Grüter (krank). 60. (59:29) Time-out WaSa. Zug ab 59:43 ohne Goalie.