01.
2014
Grünenmatt verpasst Chance
Auswärts in Kloten verpasste der UHC Grüenenmatt die Chance, einen wichtigen Schritt in Richtung Playoffqualifikation zu machen. Nach einem guten Startdrittel der Mätteler nahmen die Kloten-Bülach Jets das Zepter in die Hand und landeten einen ungefährdeten 8:3-Heimsieg. Es bleibt damit spannend im Strichkampf.
Die Startminuten gehörten dem Gastgeber. Beni Reusser kam bereits in der zweiten Minute zu einem gefährlichen Abschluss nach einem Freistoss, weitere gute Offensivaktionen der Kloten-Bülach Jets folgten. Nach einigen Minuten fanden die Mätteler aber den Tritt, Thom Siegenthaler kam in der sechsten Minute zu einer guten Möglichkeit nach einem weiten Auswurf von Haab. Wenige Sekunden später ging der UHCG gar in Führung, Daniel Sebek profitierte von einem Abspielfehler der Klotener Hintermannschaft und verwertete eiskalt. Die Hausherren operierten in der Folge vor allem mit langen, gefährlichen Bällen direkt vor das Mätteler Gehäuse. Im Grossen und Ganzen zeigten sich die Jets aber reichlich einfallslos, insbesondere die Angriffsauslösung der Zürcher funktionierte zu selten. Anders die Mätteler: Das Kombinationsspiel war gefällig, Liechti und Aeschbacher kamen nach zwei schön vorgetragenen Kontern zu weiteren Möglichkeiten. In der 16. Minute glückte Grünenmatt dann der zweite Treffer: Manuel Mucha schickte Thomas Schenk in die Tiefe, dieser verwandelte souverän zum 2:0. Wenig später fiel auch noch das dritte Tor für die Emmentaler, Verteidiger Nicolas Steiner traf von der Mittellinie aus, Jets-Torhüter Parli war die Sicht verdeckt. Dabei blieb es bis zur Pause. Die Jets waren mit diesen drei Gegentreffern noch gut bedient, Grünenmatt war die klar bessere und vor allem auch die technisch überlegene Mannschaft.
Einbruch im Mitteldrittel
Auf die souveränen ersten 20 Minuten folgte ein schwaches Mitteldrittel. Insbesondere in der Rückwärtsbewegung waren die Mätteler nicht mehr bereit, konsequent zu arbeiten. In der 22. Minute lud man Kloten innert 10 Sekunden gleich zweimal zum Kontern ein: Erst traf Reusser nur den Pfosten, im zweiten Anlauf verwertete Zolliker alleine auf weiter Flur zum 1:3. Die Hausherren doppelten nach, Sturzenegger traf in der 24. Minute mittels Direktschuss nach einem schönen Anspiel durch die Mitte. Es kam nun vermehrt Hektik auf und diese machte sich Kloten zu Nutze. Grünenmatt seinerseits büsste seine Souveränität ein, nach einem weiteren Pfostenschuss der Jets sah sich Headcoach Hanspeter Hiltbrunner gezwungen sein Timeout zu beziehen. Danach blieben die Mätteler zwar während knapp zehn Minuten ohne Gegentreffer. Es war aber augenfällig: Kloten war jetzt im Spiel angekommen. Mehr noch, die Hausherren waren es, welche jetzt den Takt angaben. Der Ausgleichstreffer in der 36. Minute war zwar unnötig und unglücklich, jedoch die logische Konsequenz der Klotener Überlegenheit. Zu allem Überdruss wurde auch noch ein Mätteler wegen Reklamierens auf die Strafbank geschickt. Die Jets liessen sich nicht zweimal bitten, Reusser traf im Powerplay zur erstmaligen Führung des Heimteams. Mit diesem Resultat verabschiedeten sich die Teams in die zweite Drittelspause. Einzig positive Nachricht aus dem Mitteldrittel aus Mätteler Sicht: Der junge Yannick Glauser kam zu seinen ersten Einsätzen im UHCG-Dress, aber auch er konnte nichts gegen die vier Gegentreffer im Mitteldrittel ausrichten. Nach den turbulenten zweiten 20 Minuten rieben sich die mitgereisten UHCG-Fans auf der Tribüne verwundert die Augen, die Ausgangslage fürs Schlussdrittel blieb aber dennoch offen.
Frust im Schlussdrittel
Das Unheil nahm im Schlussabschnitt jedoch seinen Lauf. Zwar kam Sebek in der 46. Minute zum ersten guten Abschluss für die Mätteler seit längerem, danach waren aber wieder die Klotener am Drücker. Das 5:3 fiel nach einem Konter und wunderbarer Vorarbeit des Finnen Vapaniemi. Das 6:3 erzielten die Klotener im Powerplay, Sturzenegger traf erneut aus zentraler Position. In der 51. Minute kam Jo Dennis Bärtschi noch zu einem Lattentreffer, es war dies aber leider die letzte nennenswerte Aktion der Mätteler. Wenig später setzten die Klotener zur Entscheidung an, Reusser netzte in der 52. Minute ein zum 7:3. In den Schlussminuten war dann noch Frustbewältigung angesagt, Grünenmatt kassierte noch zweimal zwei Strafminuten. Die Zürcher schaukelten die Partie in der Folge geduldig und abgeklärt nach Hause. Sturzenegger traf noch zum 8:3 und machte damit seinen Hattrick perfekt.
Einmal mehr zwei Gesichter gezeigt
Die Mätteler seien eine Wundertüte, war im Klotener Matchprogramm zu lesen. Dies hat sich einmal mehr bewahrheitet: Nicht zum ersten Mal zeigte der UHCG in ein und derselben Partie zwei komplett unterschiedliche Gesichter. Nach der überzeugenden Leistung gegen Winterthur folgte nun erneut eine zwiespältige Vorstellung. Die Klotener hingegen zeigten, dass sie das Team der Stunde im Strichkampf sind. Mit einer kämpferischen Leistung kehrten die Zürcher die Partie und durften verdientermassen drei Punkte einfahren. Der Zug ist noch nicht abgefahren für die Mätteler, es ist jetzt aber höchste Eisenbahn. Bereits am Mittwoch spielt der UHCG zuhause gegen Köniz (19:00, Forum Sumiswald). Ein Mätteler Sieg wäre zwar eine Überraschung, eine Leistungssteigerung darf aber allemal erwartet werden.
Kloten-Bülach Jets - UHC Grünenmatt Sumiswald (0:3, 4:0, 4:0)
Ruebisbach, Kloten. - 266 Zuschauer. - SR Scherrer/Zähnler.
Tore: 6. Sebek 0:1. 16. Schenk (M. Mucha) 0:2. 19. Steiner (Kostusevs) 0:3. 22. Zolliker ( Reusser) 1:3. 24. Sturzenegger (Sainio) 2:3. 36. Da. Dürst 3:3. 36. Reusser (Sainio) 4:3. 48. Da. Dürst (Vapaniemi) 5:3. 50. Sturzenegger (Vapaniemi) 6:3. 52. Reusser (Zolliker) 7:3. 59. Sturzenegger (Vapaniemi) 8:3.
Strafen: Keine gegen Kloten-Bülach Jets, 4 mal 2 Minuten gegen UHC Grünematt Sumiswald.
UHC Grünenmatt Sumiswald: Haab; Nussbächer, M. Stucki, Sollberger, Bärtschi, Sebek; Beer, Aeschbacher, Liechti, M. Mucha, D. Mucha; D. Stucki, Steiner, Schenk, Kostusevs, Siegenthaler; Käser, Dolder, Glauser, Schweizer.
Bemerkungen: UHC Grünenmatt Sumiswald ohne Lajunen (krank), Wagner, Herren, Burkhalter (alle U21).