05.
03.
2018
NLA Männer | Autor: HC Rychenberg Winterthur

HCR kommt dem Halbfinal näher

Mit zwei knappen Siegen bringt sich der HC Rych-enberg in der Best of 7-Serie gegen Langnau viel-versprechend mit 3:1 in Führung und benötigt nun noch einen weiteren Erfolg, um ins Halbfinal vorzustossen.

HCR kommt dem Halbfinal näher Nils Conrad befindet sich in beneidenswerter Form. (Bild: Damian Keller)

Vor dem Wochenende hatte sich die wie erwartet enge Viertelfinalserie zwischen dem HC Rychenberg und den Unihockey Tigers Langnau noch im Gleichgewicht be-funden. Danach und zwei Spiele später sind die Chan-cen der Winterthurer auf den Aufstieg ins Halbfinal sig-nifikant gestiegen. Am Samstag setzten sie sich in der Eulachhalle mit 8:6 durch und bestätigten diesen Erfolg tags darauf auswärts mit einem 6:5. Beide Male hatte das Team von Rolf Kern für eine frühe Vorentscheidung gesorgt, war aber in der Schlussphase nochmals in am Samstag kleinere, am Sonntag grössere Bedrängnis geraten. Gleichwohl waren es zwei verdiente Siege. Diese bringen den HCR bis auf einen letzten Schritt ans Halbfinal heran.

Zweimal gut gestartet
In der Eulachhalle bekamen die fast 2100 Zuschauern und das TV-Publikum eine von beiden Seiten überaus intensiv geführte Partie zu sehen. Nach fünf etwas holprigen Startminuten gewann der HC Rychenberg die Oberhand, kontrollierte das Geschehen und ging bis zur 19. Minute durch schön herausgespielte Tore mit 6:1 in Führung. Dass es nicht im selben Stil weiterge-hen würde, das wusste auch Kern. Die Emmentaler gaben sich nicht geschlagen, kämpften unverdrossen und kamen bis 46 Sekunden vor Schluss auf ein Tor heran. Eine Ausgleichschance besassen sie freilich nicht mehr, zumal Fredrik Holtz 26 Sekunden später das 8:6 erzielte.

Der Spielverlauf war symptomatisch für diese Serie. Bereits im Eröffnungsspiel und auch wieder am Sonn-tag präsentierte sich der HCR lange Zeit als die abge-klärtere, ruhigere und stringentere Mannschaft und war auch in Biglen auf gutem Weg, einen ungefährde-ten Start-Ziel-Sieg zu feiern. Die Verteidigung agierte erneut sehr kompakt und liess nur sehr wenig zu. Und wenn dennoch mal etwas aufs HCR-Tor kam, bewies Torhüter Ruven Gruber seine gute Form.

Vierzig stilsichere Minuten
In der Vorwärtsbewegung wiederum bewiesen die Win-terthurer nicht zuletzt mit ihren raschen Gegenstössen ihre Schnelligkeit, ihr Durchsetzungsvermögen und ihr derzeitiges Selbstvertrauen im Abschluss. Dabei offen-barte sich, dass die erste Linie zwar am dominantesten aufzutreten versteht, dass die anderen beiden aber genauso ihren Teil zum Erfolg beitragen. Die auf vari-able Art erzielten Tore zum 5:0 in der 26. Minute ver-teilten sich auf ebenso viele Spieler und auf alle drei Formationen. Bloss der treffsichere Captain Nils Conrad sollte beim Schlusspfiff mit zwei Toren zu Buche stehen.

Wie bei den beiden vorangegangenen Siegen gelang es dem HCR in der Folge jedoch nicht, diesen unaufgeregt nach Hause zu schaukeln. Für Kern war diese Entwick-lung keine Überraschung: «Das ist die Geschichte des Spiels. Bis zum 6:2 hatten wir Zugriff aufs Spiel. Da-nach hatte Langnau nichts mehr zu verlieren, musste alles auf eine Karte setzen und machte dies auch ziem-lich geschickt.» Hätte Kerns Team in dieser Phase ein, zwei Tore draufgepackt, wäre der Gastgeber in die Knie gezwungen gewesen. Doch der finale Stoss gelang nicht.

Eine hektische Schlussphase
Der HCR liess sich etwas zu stark hinten hineindrängen und suchte das siebte Tor mit zu wenig Nachdruck, viel anbrennen liess er aber auch nicht. Darum war es ein Blitz aus heiterem Himmel, als die Emmentaler in der 49. Minute auf 3:6 verkürzten. Dieses Tor brachte ihnen den Glauben zurück und mündete in eine hekti-sche Schlussphase. Bis zur 54. Minute kam Langnau bis auf ein Tor heran und kurz darauf schien der Ausgleich Tatsache zu sein. Das an beiden Tagen konsistente Schiedsrichterinnenduo war aber gut positioniert und hatte ein Fusstor gesehen. Eine weitere nennenswerte Chance aufs 6:6 liess der HCR in der Folge nicht mehr zu.

«Es war für beide Teams kein einfaches Spiel, bloss zwanzig Stunden nach dem sehr intensiven Spiel in der warmen Eulachhalle», befand Kern. «Für uns wars sehr wichtig, gut zu starten und in Führung zu gehen. Dies gelang uns sehr gut. Wir liessen den Gegner laufen und schossen auch die Tore.» Der Lohn für die zwei über weite Strecken starken Leistungen ist eine 3:1-Führung in der Viertelfinalserie, womit noch ein Sieg zum Vor-stoss in die nächste Playoffrunde fehlt. Die Erfahrung lehrt uns freilich, dass der letzte Sieg der schwierigste ist.

 

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