09.
2003
Herren NLA: Debakel für Köniz
Derweil sich die Akteure des HC Rychenberg mit einer Welle bei ihren Treuen für die bedingungslose Unterstützung bedankten, zogen die Könizer nach Spielschluss mit hängenden Köpfen in die Kabine, für das Heimpublikum kaum einen Blick übrig. Die Situation hatte Symbolcharakter und widerspiegelte zu Teilen das auf dem Feld Geschehene. Rychenberg rannte beinahe vierzig Minuten einem Rückstand hinterher, steckte jedoch nie auf und profitierte am Schluss, dies auch unter gütiger Mithilfe der Gastgeber, die diese Rolle etwas gar gewissenhaft einnahmen, von manchen Schwachstellen im Spiel der Könizer.
Schlussdrittel verschlafen
Der Knackpunkt zu Ungunsten des Teams
von Johan Oestman war gleich zu Beginn des Schlussdrittels. Vermeintlich sicher
mit zwei Toren Differenz (6:4) in Führung liegend, trat man zum ersten Anspiel
des letzten Durchgangs an. Genaue 27 Sekunden später war das Polster verspielt,
der Gleichstand wieder hergestellt. Selbst Reto Balmers dritter Treffer des
Abends zur zwischenzeitlichen 7:6-Führung nur drei Minuten später vermochte die
Könizer nicht wieder aus ihrer Lethargie zu reissen. Was in den ersten beiden
Dritteln gelang, klappte plötzlich nicht mehr. Das Schussverhältnis von 5:12
gegen Köniz ist nur einer der Indikatoren für den plötzlichen Leistungsabbau der
Heimequipe. Die Liste liesse sich beliebig verlängern, begonnen beim
komplizierten Spielaufbau, fehlerhaften Entscheidungen auf der Mittelzone, wenig
konsequentem Körperspiel in der eigenen Zone bis zu einer Vielzahl an unpräzisen
Abschlüssen auf das gegnerische Tor. Oder anders ausgedrückt: Mit einer solchen
Darbietung lassen sich in der höchsten Spielklasse des Landes keine Lorbeeren
verdienen.

Torhüter Minder musste oft hinter sich
greifen.
Entgegen den Erwartungen
Die Bilanz der
Partie gegen Rychenberg fällt ähnlich wie bereits am Vortag gegen Torpedo aus;
die Niederlage war alles andere als zwingend, in der Art und Weise wie sie zu
Stande kam jedoch nicht unverdient. Dass man sich bei Köniz einen anderen
Saisonstart vorgestellt hat, scheint zu schreiben obsolet. Es gilt nun im
Vorfeld des Derbys gegen Zäziwil-Gauchern am nächsten Samstag die Lehren aus den
beiden Niederlagen zu ziehen. Spätestens dann wird ein anderes Köniz
erwartet.
Floorball Köniz – HC Rychenberg Winterthur 7:11 (3:3, 3:1, 1:7)
Lerbermatt, Köniz – 183 Zuschauer
SR: Schoch/Estermann
Tore: 2. Cantin 1:0. 9. Pergelius (Köstinger) 2:0. 11. Cepek (Bale) 1:2. 19. Schuler (Brühwiler) 2:2. 19. Eichmann (Leemann, Weber) 2:3. 20. Dunkel 3:3. 22. Lüthi (Pergelius) 4:3. 28. Balmer (Bigler) 5:3. 32. Balmer (Lüthi, Bigler/Ausschluss Zürcher) 6:3. 34. Schuler (Weber, Eichmann) 6:4. 41. Cepek (Schuler) 6:5. 41. Zürcher 6:6. 45. Balmer (Dunkel) 7:6. 47. Cepek (Eichmann/Ausschluss Lüthi) 7:7. 48. Leemann 7:8. 54. Leemann 7:9. 58. Cepek (Leemann) 7:10. 60. Leemann (Vollenweider/Köniz ohne Torwart) 7:11.
Strafen: 3x2' Köniz. 2x2' Rychenberg
Köniz: Minder; Beyeler, Wälchli; Wermuth, Köstinger; Jungo; Pergelius, Lüthi, Cantin; Balmer, Bigler, Zingg; Gerber, Dunkel, Pons
HCR: Böhm (ab 32. Bosshard); Luzi, Weber, Brühwiler, Widler, Eichmann, Bösch; Bale (ab 32. Fisch), Cepek, Schuler, Leemann, Zürcher, Vollenweider, Huber
Bemerkungen: Köniz ohne Steck, Holdener, Gehr, Baldinger, Ast (alle Ersatz), Stettler (Elite) und Ott (verletzt)
Best Players: Balmer / Cepek