10.
2011
Matthias Hofbauer erteilt Chur eine Unihockey-Lektion
«Gegen Topteams hatten wir bisher keine Chance», sagte Chur-Trainer Thomas Berger unlängst. So war es auch gestern im zweiten Saisonvergleich mit Bergers Ex-Klub Wiler-Ersigen. Die 325 Zuschauer bekamen in den ersten 20 Minuten zwischen Chur Unihockey und dem Schweizer Meister aus dem Unteremmental einen Klassenunterschied präsentiert. Die auch phyisisch überlegenen Berner führten in allen Belangen die feinere Klinge. Sie waren Ballsicherer und spielten die Pässe präziser. Sie bewegten sich auch ohne Ball besser, und nicht zuletzt legten sie eine meisterliche Effizienz an den Tag. Am Ende resultierte aus Sicht der Churer ein deutliches 4:10, das die Kräfteverhältnisse adäquat widerspiegelt. «Es war, als würde man einen Schnellzug mit einer Dampflokomotive vergleichen», meinte Chur-Trainer Berger nach dem Spiel.
Angesichts der Dominanz von Wiler-Ersigen war die Entscheidung früh gefallen: Nach lediglich elf Spielminuten führten die Gäste schon 4:0. Jede Chance hatte mit einem Treffer geendet, wobei die Torschützen jeweils in günstiger Position zum Abschluss kamen und Chur-Goalie Patrick Kellenberger ausnahmslos chancenlos war.
Weichen früh gestellt
Mit dem ersten Torschuss stellte Wiler-Ersigen die Weichen auf Sieg. Patrick Mendelin war es in Minute 2, der das Zuspiel des finnischen Regisseurs und Ex-Malansers Esa Jussila verwertete. Dank der Treffer zum 3:0 und zum 5:1 machte der 24-jährige Mendelin seinen Hattrick bereits in der 16. Minute perfekt. Insbesondere beim 5:1 liess er die Verteidigung der Gastgeber mit einer feinen Einzelleistung alt aussehen. Kurz davor hatte Kari Koskelainen einen der wenigen Entlastungsgegenstösse zum 1:5 genutzt. Es war der erste echte Torschuss der Churer.
Anders das Bild im zweiten Drittel: Die Churer konnten sich massiv steigern. Sie agierten nun entschlossener, liessen den Ball zügiger zirkulieren und legten auch Punkto Einsatz einen Zacken zu. Zuerst verkürzte Verteidiger Andreas Bürer, nachdem er sich vors Wiler-Tor geschlichen hatte und von Andrin Putzi ideal angespielt wurde (22.). Danach traf wiederum Koskelainen auf Pass von Markus Studer (24.).
Matthias Hofbauers One-Man-Show
Was dann folgte, darf getrost als Unihockey-Lektion des Altmeisters Matthias Hofbauer für das junge Churer Ensemble bezeichnet werden. Der Wiler-Captain und ältere der beiden Hofbauer-Brüder zeichnete im Alleingang für die Berner Tore 6 bis 10 verantwortlich. Fünf Tore waren es an der Zahl, die der 30-Jährige zwischen Minute 31 und 51 erzielte. Vor allem bei seinen ersten beiden Streichen liess der Schweizer Rekord-Nationalspieler (116 Länderspiele) seine immense Klasse aufblitzen; zweimal zerlegte er die Churer Abwehr mit herrlichen Sololäufen in seine Einzelteile.
Chur - Wiler-Ersigen 4:10 (1:5, 3:2, 0:3)
Gewerbeschule. - 325 Zuschauer. - SR Sojka/Sojka (CZE).
Tore: 2. Mendelin (Jussila) 0:1. 9. Rüegsegger 0:2. 10. Mendelin (Fankhauser) 0:3. 11. Rüegsegger (Fankhauser) 0:4. 16. (15:19) Koskelainen (Studer) 1:4. 16. (15:40) Mendelin (Jussila) 1:5. 22. Bürer (Putzi) 2:5. 24. Koskelainen (Studer) 3:5. 31. Matthias Hofbauer (Schmocker) 3:6. 37. Matthias Hofbauer (Fankhauser) 3:7. 40. (39:59) Fauser 4:7. 45. Matthias Hofbauer (Oilinki; Ausschluss Riedi) 4:8. 48. Matthias Hofbauer (Christoph Hofbauer) 4:9. 51. Matthias Hofbauer (Steffen) 4:10.
Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
Chur Unihockey: Kellenberger; Kamaj, Kivilehto; Schneider, Bürer; Rutzer, Darms;
Bernieck, Studer, Koskelainen; Putzi, Calvelti, Riedi; Engel, Fauser, Blaser; Camenisch; Torri.
Wiler-Ersigen: Haab; Bichsel, Schmocker, Oliver Hirschi, Quist; Bieber, Nussbächer;
Matthias Hofbauer, Berlinger, Christoph Hofbauer; Jussila, Adrian Zimmermann, Mendelin; Oilinki, Rüegsegger, Fankhauser; Steffen.
Bemerkungen: Chur Unihockey ohne Meuli, Helenius und Jenni (alle verletzt). - 17. Berlinger schiesst Penalty an den Pfosten. 18. Lattenschuss Berlinger