10.
2017
Zug mit mangelnder Effizienz
Tore satt waren angekündigt. Tore fielen vor stattlicher Kulisse auch. Zug United unterlag nach hartem Fight in der 4. Runde NLA Meisterschaftsanwärter GC 6:10.
Irgendwie hatte Zug im ersten Drittel einen Weg zurück ins Spiel gefunden. Die Gäste schienen durch Tore von Luca Graf nach einer Freistossvariante und Emil Julkunen aus kurzer Distanz ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Da schlug Steven Fiechter, vom GC-Angriff leicht unter Druck gesetzt, einen langen, hohen Pass Richtung gegnerische Hälfte und Joshua Schelbert drosch den Ball volley an Pascal Meier vorbei ins Netz. Das Tor hauchte dem Zuger Spiel neues Leben ein. Simon Abt provozierte mit seinem Nachsetzen ein Eigentor und den Ausgleich. Und zehn Sekunden vor der ersten Sirene traf Peter Flütsch gar zur Führung der Zuger.
Zur Freude der knapp 400 Zuschauer in der Sporthalle entwickelte sich in der Folge ein ausgeglichenes Spiel. Die Grasshoppers liessen wiederholt ihre Gefährlichkeit aufblitzen und der Schwede Julkunen glich die Partie mit einem Direktschuss wieder aus. Kurz nach Spielhälfte passierte dann Kursweisendes: Die Schiedsrichter verhängten einen Penalty, den Joel Rüegger souverän verwandelte. Zwar gelang Zug im Powerplay - Rüegger sass auf der Strafbank - nochmals der Ausgleich, doch nur 25 Sekunden später reüssierte Michael Zürcher mit einem Schuss von der linken Seite. Diesem Rückstand sollte das Heimteam in der Folge vergeblich nachrennen - auch wegen des eigenen Unvermögens in der Chancenauswertung. So vergab Marcus Thunvall gleich zweimal alleine vor Pascal Meier.
Im letzten Spielabschnitt erhöhten die Grasshoppers ihren Vorsprung sukzessive und fanden auf die beiden Tore von Billy Nilsson und Thomas Grüter jeweils die passenden Antworten. So komplettierten Julkunen und Rüegger - er abermals per Penalty - ihren Hattrick. Letzterer erzielte vier Sekunden vor Schluss, nach einem gar ungestümen Vorchecking der Zuger, gar noch das «Stängeli» für die Stadtzürcher. «Mit zehn Gegentoren ist es natürlich schwierig, auf diesem Niveau eine Partie zu gewinnen», wusste auch Fiechter nach dem Spiel. Den Grund für diese hatte er schnell gefunden: «Wir machten zu viele Fehler im Spielaufbau. Zu oft versuchten wir, durch die Mitte zu spielen oder zu passen, und verloren so den Ball. Das wird sofort bestraft.» Für die Zuger geht es am nächsten Sonntag in der Meisterschaft mit dem Auswärtsspiel gegen die Unihockey Tigers weiter. «Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und einen einfacheren Spielaufbau pflegen», blickt Fiechter optimistisch nach vorne.
Zug United - Grasshopper Club Zürich 6:10 (3:2, 1:3, 2:5)
Stadthalle Zug (Herti), Zug. 385 Zuschauer. SR Bebie/Stäheli.
Tore: 13. Graf (Bier) 0:1. 16. (15:05) Julkunen (Zürcher) 0:2. 16. (15:57) Joshua Schelbert (Fiechter) 1:2. 18. Abt 2:2 (Eigentor GC). 20. (19:50) Flütsch (Fiechter) 3:2. 25. Julkunen (Zürcher) 3:3. 32. Rüegger 3:4 (Penalty). 38. (37:24) Koutny (Billy Nilsson/Ausschluss Rüegger) 4:4. 38. (37:49) Zürcher (Honold) 4:5. 44. Göldi (Florian Wenk) 4:6. 48. Reusser (Rüegger) 4:7. 51. Billy Nilsson (Koutny) 5:7. 54. Julkunen (Moritz Wenk) 5:8. 55. Rüegger 5:9 (Penalty). 60. (59:19) Thomas Grüter (Koutny) 6:9. 60. (59:56) Rüegger (Zolliker) 6:10.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Zug United, 3mal 2 Minuten gegen Grasshopper Club Zürich.
Zug United: Petter Nilsson; Staub, Hietanen; Menon, Yannick Schelbert; Uhr, Fiechter; Koutny, Thomas Grüter, Billy Nilsson; Thunvall, Abt, Suter; Joshua Schelbert, Flütsch, Marco Laely.
GC: Pascal Meier; Graf, Bier; Vizzini, Honold; Kaiser, Müller; Rüegger, Reusser, Zolliker; Julkunen, Zürcher, Berlinger; Florian Wenk, Göldi, Steiger; Moritz Wenk.
Bemerkungen: Zug ohne Crivelli, Furger und Poletti, Grasshoppers ohne Claudio Laely, Christoph Meier und Scalvinoni (alle verletzt).