01.
2012
Zuger Reinkarnation
Am Sonntag kurz vor 20 Uhr war es endlich geschehen: Die Zuger Mannschaft stürmte beim dritten und letzten Sirenenton geschlossen auf das Feld und betanzte seine ersten drei SML Punkte nach dem 6:4-Sieg über die Kloten-Bülach Jets.
Als Coach Progin in der zweiten Drittelspause zur Brandrede ansetzte, hatte sich sein Team gerade mit einem starken Mitteldrittel zurück ins Geschehen um den Tagessieg gekämpft. Aber der Reihe nach: Wie oft in der letzten Zeit sahen die Zuschauer zu Beginn des Spiels nicht die blau-weisse Offenbarung. Zwei einstudierte Freistossvarianten innerhalb weniger als eineinhalb Minuten bescherten den Fliegern früh einen Vorsprung. Die Antwort der Gäste liess diesmal jedoch nicht lange auf sich warten, der finnische Sturm kombinierte sich ansehnlich durch die gegnerische Zone und vollendete zum 1:2 Pausenstand. Beide Teams hatten in diesen ersten zwanzig Minuten noch diverse Topchancen für weitere Torerfolge, scheiterten aber entweder am eigenen Unvermögen oder den beiden solid spielenden Torhüter.
Zwischenspurt
Der Mittelabschnitt begann so wie der erste aufgehört hatte, ein gutes Tempo umrahmte viel Action in beiden Slots. Das Geschehen wogte zeitweise im Minutentakt hin und her aber erst ein Auslösungsfehler der United in der 27. Minute führte zu einer Resultatveränderung. 3:1 führten die Hausherren, als ab Spielmitte der zentralschweizer Zug richtig ins Rollen kam. Ein Konter wie aus dem Unihockey-Lehrbuch führte zuerst zum Anschlusstreffer und nur zwei Minuten später hämmerte Routinier Manninen den Plastikball aus spitzem Winkel in die hohe Torecke. Damit war das Spiel nach etwas mehr als 33 Minuten auch auf der Anzeigetafel wieder ausgeglichen. Noch war aber die Energie nicht verpufft, es kam noch besser für die vereinten Zuger. Adrian Sidler liess in einem überzeugenden Powerplay-Auftritt das zürcher Netz erneut zappeln, nachdem er nur Minuten zuvor eine hundert prozentige Chance ungenutzt liess. Damit nahm die United einen schmalen Vorsprung mit in die zweite Pause.
Die Nerven behalten
Damit wären wir zurück bei der eingangs erwähnten Ansprache, anders als vor Weihnachten in der Ostschweiz wollte man sich dieses Mal die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Dafür brauchte es aber noch einmal einen aktiven und vor allem konstanten Effort. Tatsächlich schienen sich die Mannen vom Zugersee diesmal nicht mehr vom Kurs abbringen lassen zu wollen. Defensiv galt es zwar einige heisse Momente zu überstehen, Torhüter Wyttenbach trug aber mit einer sehr guten Leistung und einigen aussergewöhnlichen Paraden seinen Teil zur Defensivleistung bei. Nach vorne blieb vor allem der nördliche Triangel gefährlich. Rückkehrer Keltanen fühlte sich in seinem ersten Erstkampf sichtlich wohl und krönte seine persönliche Leistung in der 52. Minute mit einem Tor zum 3:6. Zuvor hatte auch noch der Dritte im Bunde, Pätynen, nach einer Einzelleistung getroffen. Die anrennenden Platzherren schafften zwar sieben Minuten vor Schluss noch einen Anschlusstreffer, konnten aber das Grounding nicht mehr verhindern. Zug brachte den Vorsprung über die Zeit und heimste seine ersten drei Punkte in der SML ein. Balsam auf die Unihockeyseele in der Kolinsstadt.
Rückspiel am Mittwoch
Überbewerten wollte Daniel Rosenberg den Sieg nach dem Spiel in der Garderobe dann aber doch nicht: „ Natürlich freuen wir uns tüchtig über diese ersten Punkte, aber unser Weg zum Ligaerhalt ist noch lang und steinig." Pausen gibt es darauf im Moment keine, bereits am Mittwoch wird der gleiche Gegner in der Stadthalle zum zweiten Schlägerkreuzen erwartet. Dies bietet eine nächste Chance sich mit einem Gegner auf Augenhöhe zu messen und dabei wertvolle Erfahrungen für die entscheidende Saisonphase ab Februar vorzubereiten.
Kloten-Bülach Jets - Zug United 4:6 (2:1, 1:3, 1:2)
Ruebisbach Kloten. - 177 Zuschauer. - SR Güpfert/Ziegler.
Tore: 6. Steffen (Andris Ladner) 1:0. 7. Tilhe (Kauppinen) 2:0. 8. Manninen (Pätynen) 2:1. 28. Andris Ladner 3:1. 32. Oderbolz (Meier) 3:2. 34. Manninen 3:3. 38. Sidler (Poletti) 3:4. 50. Pätynen 3:5. 53. Keltanen (Fabian Schuler) 3:6. 54. Brandenberger (Kauppinen) 4:6.
Strafen: Je 3mal 2 Minuten.