12.
2025
Anja Wyss: "Mit Ball geduldig agiert"
Anja Wyss feierte am Donnerstag gegen die Slowakei nur zwei Monate nach ihrem 21. Geburtstag ihr 50. A-Länderspiel für die Schweiz. Dabei glänzte sie als zweifache Torschützin.
In den ersten zehn Minuten hatte man das Geühl, wenn die Slowakei hinten dicht macht, könnte es ein enges Spiel werden. Was passierte danach, wie hast du die Partie erlebt?
Anja Wyss: Unsere erste Linie hat sicher sehr gut gespielt. Man muss aber auch betonen, dass alle drei Linien gut gespielt haben und mit dem Ball in der Offensivzone geduldig agiert haben. Die Slowakinnen blockten die Schüsse sehr tief und wir haben es geschafft, gute Entscheidungen zu treffen und nicht einfach blind in den Block zu schiessen. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Wir wussten: Das Spiel wird nicht in den ersten fünf Minuten entschieden.
Dann gingen auch Tore rein, die gegen Lettland noch nicht den Weg ins Netz fanden - ein gutes Zeichen zu Beginn der KO-Phase?
Auf jeden Fall. Das gute Gefühl nehmen wir gerne mit, denken aber nicht, dass es jetzt von alleine gehen wird. Wir wissen, wofür wir trainiert haben und stehen dort, wo wir sein wollten, vor dem WM-Halbfinal.
Ander als an anderen Weltmeisterschaften wurde noch gezügelt, von Brünn nach Ostrava. Verlief das für euch reibungslos?
Es war wirklich sehr "easy". Am Dienstagmorgen fuhren wir mit dem Bus nach Ostrava, einfach Tür zu Tür von einem Hotel zum anderen. Wir waren kurz vor dem Mittag am Dienstag da, sind gut angekommen, der restliche Dienstag verlief entspannt, der Mittwoch eigentlich auch, mit einem guten Training.
Fotogalerie
Du hast das Spiel mit Ball angesprochen - im Mitteldrittel hatte man doch das Gefühl, einstudierte Varianten und Laufwege zu sehen. Konntet ihr da umsetzen, was ihr trainiert habt für Spiele gegen Teams, die tief stehen?
Wir sind einer WM und da hat man definitiv jede mögliche Spielsituation einstudiert und im Training angeschaut. Wir spielen jetzt auch schon eine ganze Zeit lang in dieser Linie zusammen. Da findet man sich gut, man weiss wer wohin läuft, die Chemie und die Abstimmung stimmen.
Jetzt ein freier Tag, danach kommt sehr wahrscheinlich mit den Schwedinnen etwas ganz anderes als heute. Ist das Spiel in deinen Gedanken schon präsent?
Bisher habe ich mir persönlich noch keine grossen Gedanken gemacht und freue mich auf einen spielfreien Tag. Wir haben uns auch vorgenommen, Schritt für Schritt und Spiel für Spiel zu nehmen. Wir müssen den Kopf auch ein wenig frei behalten. Jedes Spiel ist wichtig und nichts ist selbstverständlich. Aber es ist auch logisch, heute Abend können wir uns noch über den Sieg gegen die Slowakei freuen, danach geht es an die Vorbereitung auf den Halbfinal.
Noch zu dir persönlich: Es war dein 50. Länderspiel - weisst du wie viele Tore du dabei erzielt hast?
Ehrlich gesagt, keine Ahnung - vielleicht 30?
Die zwei in dem Spiel heute waren Nummer 38 und 39 - bei Céline wären es jetzt auch schon 28, wenn du sie dasselbe fragen willst.
Sehr gut (lacht)!