12.
2025
Die Schweiz strauchelt über Tschechien
Das dritte Gruppenspiel gegen Tschechien bot den zahlreichen, lautstarken Zuschauern viel Spektakel und viele Tore. Nach zwei ausgeglichenen Dritteln kippte die Partie zugunsten der Gastgeberinnen, und die Schweizerinnen verlieren mit 4:7. Somit beenden sie die Gruppe auf Rang zwei und stehen direkt im Viertelfinal.
Beim Einlauf wurden die beiden Teams von einer vollen und lauten Halle begrüsst. Das erste Highlight für die Fans fand schon vor dem offiziellen Anpfiff statt: Eishockeylegende Jaromír Jágr trat zum zeremoniellen «Ball Drop» an. Das zweite Highlight folgte für die Schweizerinnen knapp eine Minute später mit der ersten Grosschance durch Isabelle Gerig. Die ersten zehn Minuten waren ein munteres Hin und Her, die beiden Teams zeigten Spielfreude und konnten auf beiden Seiten immer wieder gute Chancen herausspielen, die aber entweder von den starken Torhüterinnen oder den aufmerksamen Verteidigerinnen zunichte gemacht wurden. In der 11. Minute kamen die Tschechinnen zu einem Powerplay, konnten dieses jedoch nicht ausnutzen.
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In der 15. Minute spielte Michaela Mechlová den Ball mit einer eleganten Drehbewegung hoch vors Schweizer Tor, Vendula Beránková nahm ihn volley ab und traf. Die Unparteiischen entschieden jedoch sofort auf hohen Stock und das Tor zählte nicht. Dies schien die Tschechinnen aber noch mehr zu motivieren. Sie schalteten einen Gang hoch und gingen konsequent ins Pressing. Karolina Klubalová versuchte ihr Glück und zog ab aufs Tor, Lara Heini liess den Ball abprallen, der direkt auf die Kelle von Michaela Kubečková sprang und im Tor landete. Die Schweizerinnen reagierten nur wenig später: Laila Ediz fing einen Fehlpass ab und verwertete ihn eiskalt per Handgelenkschuss zum 1:1 - 17 Sekunden vor der ersten Pause. Doch dieses Resultat sollte nicht in die Kabine mitgenommen werden. Sekunden vor der Sirene versuchte Pavlina Bačová noch ihr Glück mit einem Schuss, der zwar geblockt wurde, dann aber in einem hohen Bogen hinter Heini im Tor landete.
Nach der Pause ging es ähnlich intensiv weiter. Bereits in der 22. Minute gelang Anja Wyss der Ausgleich zum 2:2. Die Schweizerinnen hielten den Druck hoch und Norina Reusser verwertete einen schönen Querpass von Annina Faisst zur 3:2-Führung nur eine halbe Minute später. Nach der temporeichen Anfangsphase blieb die Intensität auf beiden Seiten hoch. Die Partie war sehr körperbetont, und zur Spielmitte gingen die Tschechinnen wieder konsequent ins Pressing. Ein Querpass hinter dem Schweizer Tor wurde abgefangen und die tschechische Kapitänin Kubečková stand im Slot goldrichtig, um zum 3:3 auszugleichen. In der 36. Minute spielten sich die Schweizerinnen in die tschechische Zone, Reusser eroberte den Ball, legte ihn sich selbst auf und brachte der Schweiz die Führung zurück. Die Freude dauerte aber nicht lange: Ein Schuss von Brucháčková ging am Tor vorbei, doch Sarka Staňková war zur Stelle und konnte einschieben. Mit dem Stand von 4:4 ging es in die zweite Pause.
Momentum kippt zugunsten der Tschechinnen
Die Schweizerinnen mussten das letzte Drittel in Unterzahl in Angriff nehmen. Nach ein paar erfolglosen Abschlüssen traf Staňková mit einem satten Schuss und holte sich die Führung für die Gastgeberinnen zurück. Dieser Treffer beflügelte die Tschechinnen und sie legten gleich nach zum 6:4. Zum ersten Mal in diesem Spiel führte ein Team mit mehr als einem Tor. Die Halle glich nun einem Hexenkessel. Diese Energie schien vor allem Staňková zu beflügeln: Sie machte ihren persönlichen Hattrick in der 49. Minute perfekt. In der 54. Minute nahm Oscar Lundin zunächst sein Timeout. Anschliessend spielten die Schweizerinnen bei jeder Gelegenheit mit sechs Feldspielerinnen und ohne Torhüterin Heini. Sie konnten sich zwar immer wieder vor dem tschechischen Tor festsetzen, jedoch gelang kein Treffer. Somit muss sich das Lundins Team mit 4:7 geschlagen geben. «Ich habe noch nie so ein intensives Spiel erlebt», sagt Reusser nach der Partie. «Sie hatten anfangs des Drittels mit dem Powerplay das Momentum auf ihrer Seite und erzielten zwei schnelle Tore. Danach mussten wir einem Rückstand hinterherrennen. Das ist immer schwierig, so noch das Spiel zu gewinnen.»
Mit zwei Siegen und einer Niederlage aus der Gruppenphase qualifiziert sich die Schweiz direkt für den Viertelfinal. Dieser wird am Donnerstag, 11. Dezember 2025 um 19.30 Uhr ausgetragen. Die Gegnerinnen sind noch nicht bekannt - es dürfte sich aber um die Slowakei handeln.
Hier gibts den Liveticker zum Nachlesen.
Tschechien - Schweiz 7:4 (2:1, 2:3, 3:0)
Vodova Arena A, Brno (CZE); 2'850 Zuschauende; SR Mona Vänskä, Henrik Snellman (FIN)
Tore: 19. Kubečková (Klubalová) 1:0. 19:43 Ediz 1:1. 19:53 Bačová (Řepková) 2:1. 22. Wyss (Gerig) 2:2. 23. Reusser (Faisst) 2:3. 28. Kubečková (Brucháčková) 3:3. 36. Reusser (Faisst) 3:4. 38. Staňková (Brucháčková) 4:4. 42. Staňková (Ratajová, Ausschluss Berger) 5:4. 43. Brucháčková (Staňková) 6:4. 49. Staňková (Kubečková) 7:4.
Strafen: 1x2 Minuten gegen Tschechien, 2x2 Minuten gegen die Schweiz
Tschechien: Příleská, Christianová; Řepková, Keprtová, Bačová; Klubalová, Kubečková, Brucháčková; Fuchsová, Štekerová, Husková; Sikorová, Trojánkova; Ratajová, Stůjová; Staňková, Jiráková; Beránková, Mechlová; Gocová.
Schweiz: Heini; Larsson, Stettler; Berger, Gredig; Schmuki, Ritter; Gerig, Ediz, Spichiger; Wyss, Wick, Fitzi; Reusser, Faisst, Wieland.
Bemerkungen: Schweiz ab der 54. Minute teilweise ohne Torhüterin. Anna Brucháčková (CZE) und Norina Reusser (SUI) als beste Spielerinnen ausgezeichnet.