12.
2025
Dose auf – Deckel zu
Die 26-jährige Verteidigerin Nela Jirakova ist in der SSL Teamkollegin von Anja Wyss, Chiara Gredig und Seraina Fitzi. Am Donnerstag glänzte sie im Viertelfinal der Tschechinnen mit den Toren zum 1:0 und 7:1.
Zu Beginn des Viertelfinals gegen Norwegen stiessen die WM-Gastgeberinnen auf hartnäckigen Widerstand. So war es kein schön herausgespieltes Tor, sondern ein halbhoher Weitschuss von Nela Jirakova, der in der 10. Minute vor über 5000 Fans zum Dosenöffner für die Tschechinnen wurde. Beim 7:1 kurz vor der zweiten Pause, der den Deckel definitiv auf den Sieg zu setzen schien, schoss Jirakova dann dafür eine umso schönere Dreier-Kombination ab und bejubelte so ihren zweiten Treffer. Nach dem Spiel konnten wir uns mit der Tschechin, die von 2020 bis 2022 bei Piranha Chur in der Schweiz spielte und dort bereits 2020/21 Teamkollegin von Chiara Gredig war, unterhalten.
Du hast zwei Tore geschossen - die Gefühlslage je nach Zwischenresultat muss unterschiedlich gewesen sein?
Nela Jirakova: Ich habe mich sehr gefreut, da meine Rolle im Team eigentlich eine andere ist - ich konzentriere mich mehr auf das Verhindern von Toren, da wir so viele spielerisch starke Spielerinnen haben. Ich helfe jederzeit gerne, wie ich kann und habe mich entsprechend gefreut.
Die WM ist von Brünn nach Ostrava gezogen - ist hier zum zweiten Mal alles neu, ist das kein zusätzlicher Stressfaktor?
Ich würde nicht sagen, dass es stressig ist - ich selber kenne in Ostrava das ganze Drumherum schon vom tschechischen Superfinal 2019. Die Erfahrungen von Brünn haben dem Team aber geholfen, dort war es trotz kleinerer Halle schon sehr laut. Es ist schön, dass so viele Leute den Weg in die Halle gefunden haben und wir können es kaum erwarten, hier im Halbfinal zu spielen. Der Wechsel von Brünn nach Ostrava verlief völlig entspannt, mit einer zweistündigen Busfahrt.
Noch einmal zum Spiel gegen Norwegen - wie hart war dieser Viertelfinal?
Wir haben uns vorgenommen, an diesem Turnier niemanden zu unterschätzen. Von Norwegen wussten wir, dass sie physisch stark sind, aber auch individuell starke Spielerinnen haben, die man im Auge behalten muss. Wir haben mit einem physisch harten Spiel gerechnet. Ab dem zweiten Drittel, waren wir uns dann sicher, dass es für uns gut ausgehen wird.
Du warst an der EFT in Chur, wo auch das Legendenspiel von Piranha stattfand. Kein allzu grosse Wehmut, dass es diesen Verein nicht mehr gibt?
Natürlich ist es traurig, dass es diesen geschichtsträchtigen Verein so nicht mehr gibt, aber zum Glück ist das Team noch da und spielt nun einfach unter einem anderen Namen. Unter dem können sie ja auch erfolgreich sein.
Blicken wir auf den Samstag - der Gegner dürfte Finnland heissen.
Wir werden uns nun erst einmal erholen. Der Vorteil gegenüber unserem Gegner wird sein, dass wir diesen einen, freien Tag haben. Somit beginnt für uns am Freitag schon die Vorbereitung.