05.
12.
2021
Nati Frauen A | Autor: Keller Damian

Julia Suter: «Der Sieg heute ist hoch einzustufen»

Für Julia Suter ist die bronzene Auszeichnung in Uppsala das fünfte persönliche Edelmetall auf internationalem Parkett. Mit zehn Assists war sie in Schweden die Schweizer Zuspielkönigin und knapp hinter Corin Rüttimann die zweitbeste Skorerin des Teams.

Julia Suter: «Der Sieg heute ist hoch einzustufen» Julia Suter war an der WM in Uppsala die Schweizer Assist-Königin. (Bild: Dieter Meierhans)

2006 holte Julia Suter mit der U19-Nati Bronze (Assist im kleinen Final gegen Tschechien), 2008 erzielte sie in Polen das Golden Goal zum U19-WM-Titel gegen Schweden. Mit der A-Nati gewann sie 2009 in Västeras Silber, ehe mit Rang 4 an der Heim-WM in St. Gallen 2011 eine grosse Enttäuschung folgte. Nach einer langen Pause kehrte sie vor der WM in Neuenburg in die Nati zurück und gewann erneut Silber. Mit dem Edelmetall von Uppsala vergrössert die mittlerweile 31-Jährige ihre internationale Medaillensammlung.

Wo stufst du diese bronzene Uppsala-Medaille in deiner Sammlung ein?
Julia Suter: Natürlich wurden wir an der Silbermedaille von 2019 in Neuenburg gemessen und wir wollten dieses Ergebnis sogar noch toppen. Aber ehrlich gesagt spielten die Schwedinnen im gestrigen Halbfinal in einer eigenen Liga. Von daher ist der Sieg gegen Tschechien heute hoch einzustufen, wir haben noch einmal alles rausgehauen, was wir im Kopf und in den Beinen hatten.

Die 1:14-Niederlage im Halbfinal, die Niederlage gegen Tschechien im Gruppenspiel - es gab mental viel zu verarbeiten. Und es gibt bekanntlich keinen Knopf im Kopf, den man drücken kann, um alles Geschehene zu vergessen.
So einen Knopf gibt es tatsächlich nicht. Aber wir wussten, dass wir im Gruppenspiel gegen Tschechien schlicht nicht gut genug waren. Da waren wir noch nicht im Turnier angekommen. Heute war uns am Morgen vor dem Spiel klar: Wir gewinnen, wenn wir unsere Leistung abrufen.

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 Kamen auch beim zwischenzeitlichen Ausgleich der Tschechinnen zum 2:2 keine Zweifel auf? Die schöne Führung war wieder weg. 
Nein, wir zeigten eine Reaktion und schossen dann auch die nötigen Tore. Und in den letzten Minuten warfen wir noch einmal alles rein, um die Führung nach Hause zu bringen.

Ist die Freude über Bronze grösser, wenn man weiss, dass im Halbfinal gegen Schweden auch mit der besten Leistung nichts zu holen gewesen wäre?
Ich weiss nicht, was die Schwedinnen in den letzten zwei Jahren gemacht haben, aber sie waren viel stärker als noch in Neuenburg. Bei drei Blöcken, die komplett aus Weltklassespielerinnen bestehen, weisst du gar nicht mehr, auf wen du dich konzentrieren sollst. Okay, wir müssen darüber reden, wie wir nächstes Mal ein Startspiel wie gegen Tschechien besser angehen. Aber heute haben wir verdient Bronze gewonnen, das ist die Hauptsache.

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