12.
2025
Ediz: «Beim Blocken waren wir das beste Team»
Arbeitsbiene, Ballverteilerin, zwölf Skorerpunke - Laila Ediz zeigte eine starke Weltmeisterschaft, obwohl sie von einer Schulterverletzung behindert wurde. Nach letzten Wochen in Schweden wird sie als Weltmeisterin zu den Jets zurückkehren.
Nachdem uns die halbe Journalisten-Schar auf deine schwarze «Armbinde» angesprochen hat - es ist definitiv niemand in deiner Familie gestorben, oder?
Laila Ediz: Ich kugelte mir vor fünf Wochen die Schulter aus. Mit dieser Bandage hielt sie irgendwie, auch wenn sie nicht ganz mitmachte. Ich versuchte die Verletzung so gut wie möglich zu verstecken.
Im Eishockey gibt es manchmal gezielte Schläge auf bekannte verletzte Stellen - ist man im Unihockey lieber zueinander?
Meistens sind die Gegnerinnen fair, gestern gegen Schweden gab es aber schon zwei oder drei Spielerinnen, die das auszunutzen versuchten. Sowas gehört für meinen Geschmack nicht in den Sport.
Nimm uns bitte durch das Finalwochenende.
Puh, es ging Schlag auf Schlag. Wir konnten uns durch den Ruhetag nochmals extrem gut auf Schweden vorbereiten. Wir wussten: Wir haben den Speed, sie haben ihn nicht. Das Spiel war aber ein Kraftakt und brauchte Unmengen an Energie, die Nacht war kurz. Der Final war wie oft qualitativ nicht das beste Spiel, da geht es nur noch um den Willen und die Energie. Das sprach für uns - die Partie hätte aber auch auf die andere Seite kippen können.
Die Nacht vor einem Bronzespiel ist noch kürzer - schläft man vor einem Final besser?
Einerseits schon, da eine Medaille schon auf sicher ist. Andererseits ist Silber sehr undankbar. Darum dachten wir gar nicht an dieses Szenario, sondern gingen All-In Richtung Gold.
Ein Motto des Teams lautet «Leiden ist geil»...
Wahnsinn, wie sich unsere Leute in die Schüsse geworfen haben. Auch mögliche Verletzungen waren uns egal. Und wenn mal ein Block falsch gesetzt wurde, hatten wir dahinter unsere Wand, Lara Heini. Bezüglich Blocken waren wir das beste Team dieser WM.
Gelernt habt Ihr das zwischen den Gruppenspielen, als das noch nicht klappte, bis zum Finalwochenende?
In den Gruppenspielen kamen wir defensiv noch nicht so in die Gänge, was aber auch schwierig ist gegen Gegnerinnen, gegen die es kaum was zu blocken gibt. Gegen Schweden war es der Schlüssel zum Erfolg, wir frustrierten sie damit endlos.
Vor einem Jahr an der EFT in Karlsbad war die Schweiz noch weit weg von Schweden und Finnland. Gibt es für dich im letzten Jahr einen «Kipp-Moment», an dem alles besser wurde?
Wir hatten einen Dreischritt-Plan, nachdem nach der letzten WM vieles über den Haufen geworfen wurde. Wir probierten vieles und wussten, dass wir nicht die erste EFT der Kampagne gewinnen müssen, wir wollten die WM gewinnen. Dem Prozess blieben wir treu.
Du kehrst in die Schweiz zurück - doppelt schade, dass du jetzt deine Goldmedaille nicht in Schweden rumzeigen kannst?
Ich gehe nochmals für drei Wochen zurück, bevor ich zu den Jets wechsle. Ich bin froh, dass bei meinem Verein Warberg keine schwedischen Nationalspielerinnen sind (lacht). Meine Mitspielerinnen fieberten mit mir mit und wurden glaube ich auch etwas Fan der Schweiz. Nach dem Ende der Saison schaue ich, wie es mit dem Beruf und Sport nächste Saison weitergeht. Ich habe einige interessante Möglichkeiten.
carlosgatesh
21. 07. 2026
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