12.
2025
Linn Larsson: «Das wird jetzt umgebucht»
Nach dem gewonnenen WM-Final musste sich Linn Larsson erst einmal setzen. Von den Ereignissen in Ostrava sichtlich überwältigt, erzählte sie von 60 Minuten Dauerdruck der Tschechinnen und ihren über den Haufen geworfenen Reiseplänen am Montag.
Zuerst herzlichen Glückwunsch - seit 36 Minuten bist du jetzt Weltmeisterin. Was geht in deinem Kopf vor?
Linn Larsson: Es ist überwältigend. Ich habe es jetzt schon etwa 30 mal zu jemand anderem gesagt: «Wir sind Weltmeister!» Einfach, damit ich es selber begreife. Ich realisiere es noch gar nicht richtig. Es ist unglaublich.
Blicken wir auf das Spiel zurück. Tschechien machte viel Druck, ihr habt defensiv einen tollen Job gemacht. Wie fühlte es sich auf dem Feld an?
Bei unseren Werten haben wir definiert: Leiden ist geil - und das hat uns heute durchs Spiel getragen. Wir haben sooo viele Schüsse geblockt, wir haben so gelitten, aber wir haben das auch enorm gefeiert. Wir fanden das einfach geil. Wir haben unseren Job zu 100% durchgezogen. Das macht mich gerade sprachlos.
Grosse Kulisse, das kennst du - aber es war wohl das erste Mal, dass die überwiegende Mehrheit den Gegner anfeuert. Wie wirkt sich das auf euer Spiel und auf die Bank aus?
Ich fand es mental extrem streng. Wir kannten dies aber zum Glück schon aus der Gruppenphase, dort war es noch extremer. Heute hatten wir ja auch unsere rote Wand mit dabei. Sie waren zwar in der Unterzahl, aber sie haben einen riesen Job gemacht, waren unsere 7. Frau. Aber mental war es anstrengend. Und natürlich für die Kommunikation. Ich als Verteidigerin konnte auf dem Feld schreien wie ich wollte, aber bei den Flügeln kam das nicht an.
Oscar Lundin sagte in der Vorschau, ihr habt verschiedene Mittel um ein Spiel "aufzuheizen" oder "abzukühlen", je nach Bedarf. Wie gelingt das in so einem Spiel, wenn man nur noch selten den Ball?
Es ist uns, sagen wir mal, mehr oder weniger gut gelungen. Es war wohl auch nicht unser bestes Spiel an diesem Turnier. Andererseits, wenn wir defensiv so einen guten Job machen, können zwei Tore reichen - die reichen aber sehr selten. Wir haben aber versucht, wenn wir den Ball hatten, den als extrem wertvoll anzusehen und ihn einen Moment lang zu behalten, damit auch die Tschechinnen mal dem Ball hinterherrennen müssen. Das ist uns teilweise gelungen, man hätte es aber noch etwas besser durchziehen können.
Was auch auffiel ist, dass die Linie um Marcia Wick gegen Tschechiens 1. Linie aufs Feld geschickt wurde, eure Formation gegen die 2. Linie. Das war eindeutig Absicht, und als sie auf zwei Linien umstellten habt ihr einfach nachgezogen?
Ja, wir wollten definitiv Liniencoaching machen, wir haben im Gruppenspiel gemerkt dass die 1. Linie der Tschechinnen der Fitzi-Linie besser passt und wir besser mit Ball gegen ihre nominell 2. Linie auslösen konnten. Zudem wussten wir, dass unsere 3. Linie der 3. tschechischen Linie von der Schnelligkeit her überlegen ist. Das alles merkten wir im Gruppenspiel und somit war der Plan heute klar.
Wie geht es jetzt weiter? Am Montag um 15 Uhr werdet ihr am Flughafen in Kloten erwartet, das gibt eine kurze Nacht...
Hey... Ich habe eigentlich den Flug morgen von Wien nach Schweden gebucht, aber das wird jetzt umgebucht und ich gehe an den Nati-Empfang! Das darf swiss unihockey übernehmen (lacht).
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