13.
12.
2025
Nati Frauen A | Autor: Keller Damian

Oscar Lundin: «Ich gebe 110 Prozent»

Nach dem Viertelfinal ist vor dem Halbfinal gegen Schweden. unihockey.ch hat sich ausführlich mit Nationaltrainer Oscar Lundin unterhalten. Held oder Depp? Als Nati-Trainer muss man mit viel Druck umgehen können.

Oscar Lundin: «Ich gebe 110 Prozent» Oscar Lundin nach dem Viertelfinal-Sieg gegen die Slowakei. (Bild: Dieter Meierhans)

War das 14:1 gegen die Slowakei die bisher beste Schweizer Leistung des WM-Turniers?
Oscar Lundin: Die Spiele lassen sich kaum miteinander vergleichen. Es war sicher eine konsequente und fokussierte Leistung ohne Fehler, das hat mir gefallen. Ich fand aber auch die Leistung gegen Tschechien bis zum 4:3 gut, ehe uns die Strafen gegen Doris Berger und Seraina Fitzi, die wir anders gesehen haben, aus dem Tritt brachten. Die erste Linie der Tschechinnen konnte gegen uns insgesamt zu viele gute Chancen kreieren - und jetzt kommen nur noch gute Linien. In der Defense haben wir noch Potenzial.

Gegen Tschechien war die dritte Linie die beste, so gesehen kam die Slowakei gerade recht, um das Selbstvertrauen zu steigern - etwa bei Isabelle Gerig, während Fitzi eher Mühe hatte...
... findest du? Ich muss in der Statistik nachschauen, aber ich glaube, Fitzi hatte mindestens so viele Abschlüsse wie Gerig (nachts um 5 Uhr schreibt Lundin eine Nachricht: «Fitzi und Wyss mit 11 Abschlüssen, Gerig 10»). Isa hat mit ihren vier Toren einfach gezeigt, dass sie es sofort ausnutzt, wenn sie etwas Platz bekommt. Wobei die Vorbereitungen Spichigers genauso wichtig waren, sie kann sich mit ihren Täuschungen aus der Manndeckung immer gut lösen. Ich bin sicher, dass sich die Slowakei nach teils guten Auftritten gegen Finnland und Schweden etwas ausgerechnet hat und überhaupt nicht zufrieden ist.

Jetzt geht es so richtig los. Was braucht es im Halbfinal gegen Schweden für einen Sieg?
Wir müssen den Rhythmus der Schwedinnen stören, mutig und direkt sein. Wenn wir sie in unserer Zone spielen lassen, bekommen wir Probleme. Das Selbstvertrauen aus dem Sieg in Chur nehmen wir mit. Schweden wird dieses Spiel vergessen wollen, aber wenn wir nach 30 Minuten vorne liegen, werden auch sie sich daran erinnern.

Analysiert Schweden, wie die Schweiz gegen das tschechische Pressing Mühe hatte und macht das gleiche?
Die Tschechinnen beherrschen das Pressing besser. Schweden hat dafür andere Qualitäten am Ball und ist ein ganz anderer Gegner. Das macht so ein Turnier ja spannend - die Topteams verfügen über unterschiedliche Stärken und Schwächen.

Wir haben im Verlauf der letzten Woche oft gefragt, wer sich wen im Halbfinal wünscht...
... jetzt muss ich ja Schweden sagen (lacht). Ich freue mich einfach auf die beiden Spiele des Wochenendes. Als Nati-Trainer muss man immer lange warten, ohne World Games zwei Jahre, bis es wieder zu diesen entscheidenden Partien kommt. Es war ein schönes Jahr mit spannenden Schritten, jetzt kommt der richtige Test.

Bereitest du dich auch als Coach mental auf solche Spiele vor? Für dich heisst es: Bei Erfolg bist du für das Volk da draussen der König, wenn die Medaille ausbleibt der Depp. Das muss ein grosser Druck sein.
Ich habe das Glück, dass zwar erst 37 Jahre alt, aber schon seit 15 Jahren Coach bin. Ich liebe den Prozess, die Camps, alle Schritte. Ohne Freude daran könnte man den Job gar nicht machen.

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Oscar Lundin ist mit dem Prozess der letzten zwei Jahre zufrieden. (Bild: Dieter Meierhans)

Den Fans ist der Prozess aber ziemlich egal, sie wollen an diesem Wochenende eine Medaille.
Ich auch, dafür gebe ich 110 Prozent! Unterstützt von einem tollen Staff - Julia Suter hat den Blick für das Transitionspiel und führt Einzelgespräche, Kari Koskelainen kümmert sich um die Defensive, Pontus Boman um die Goalies. Ich habe das «Big Picture und die Offensive. Aber deine Frage war ja eine andere.

Deine mentale Vorbereitung.
Ich bereite mich genau so intensiv vor wie die Spielerinnen. Ich meditiere, gehe täglich eine Runde Joggen und im Hotel haben wir einen Kraftraum. Ich höre Podcasts - zuletzt gerade die Unterhaltung zwischen Thierry Henry und Jamie Carragher zum Thema, was der Unterschied zwischen einem Coach und einem Manager ist. Sehr spannend.

Wieviele Stunden Analyse werden bis zum Halbfinal noch investiert?
Viele. Auch wenn wir natürlich schon vor der WM einen Grundplan für alle möglichen Gegnerinnen hatten. Wir werden sicher das Spiel der Schwedinnen gegen Finnland in Brünn noch einmal anschauen, aber auch die Partien von der EFT in Chur und von den World Games in China.

Das Spannende am Coaching ist ja: Die Schwedinnen wissen, dass du diese Videos schaust.
Und ich weiss, dass sie es wissen (lacht). Klar ist: Etwas komplett Neues lässt sich nicht erfinden. Bei jeder Neuerung und allen Inputs muss man sich fragen: Können das die Spielerinnen unter diesen Umständen - einem WM-Halbfinal - umsetzen?

Was nicht neu sein wird, ist die Aufstellung - zwei Linien dürften erneut unverändert bleiben. Dass die Schweizer Nati über eine so lange Zeit zwei Blöcke fix und auch während der WM nicht verändert hat, haben wir noch nie gesehen.
Sicher ungewohnt. Wie findest du das, gut oder schlecht?

Es spricht für das Vertrauen in die eigenen Stärken und Fähigkeiten. In Chur hat es funktioniert. Wenn es hier auch aufgeht, werden alle sagen: Super eingespielt, der Schlüssel zum Erfolg. Wenn es in die Hose geht, werden die Leute sagen...
... dass wir zu berechenbar waren. Wir haben das Vertrauen in die ganze Kampagne. Die Spielerinnen haben sich gefragt, was sie international beitragen können. Sie haben sehr gut gearbeitet. Jetzt stehen wir hier und lassen uns messen.

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11.UHC Lok Reinach-2418.000
12.Unihockey Limmattal-4717.000
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6.UH Lejon Zäziwil+323.000
7.Unihockey Basel Regio-2222.000
8.UHC Bremgarten-3820.000
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10.Red Lions Frauenfeld-2810.000

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