12.
2025
Ratajova: «Wollten das Tempo hoch halten»
Die Tschechin Denisa Ratajova bestreitet im Alter von 35 Jahren ihren ersten WM-Final, ausgerechnet in Ostrava, wo sie geboren und aufgewachsen ist. Dabei kommt es gegen die Schweiz zu einer ganz besonderen Begegnung.
1:0 im Halbfinal, kein Gegentor gegen die Finninnen - der Schlüssel zum Sieg war heute eindeutig die starke Defensive?
Denisa Ratajova: Gegen Finnland kein Tor zu kriegen bedeutet, dass wir einen fantastischen Job gemacht haben. Ja, der Plan war, auf einer starken Defensive aufbauen zu können. Es gab auf beiden Seiten gute Chancen, wir hatten den Penalty und die Pfostenschüsse und insgesamt mehr Möglichkeiten, zu einem Tor zu kommen. Am Ende ging es einfach darum, hinten dicht zu halten und eine der Chancen vorne zu nützen.
Es heisst immer, wie wichtig ein guter Start ist. Dieser ist euch heute gelungen, ihr seid mit viel Energie gestartet, war das wichtig um die letzte Nervosität zu beseitigen?
Wir waren parat, wir waren gut drauf, wir zogen Energie aus der Unterstützung der Fans. Ich habe noch nie so viel Fokus wie heute erlebt in einem Team - natürlich gab es auch schwächere Phasen, aber wir kamen immer sehr schnell zurück und pushten und zu jeder Zeit gegenseitig.
Drei Pfostenschüsse, immer noch 0:0 und eigentlich wart ihr das bessere Team, kommen da nie Zweifel auf, dass plötzlich Finnland glücklich in Führung geht und die Sache zu seinen Gunsten dreht?
Nein, wir haben nie daran gezweifelt, dass wir in den Final kommen. Natürlich gab es einige Passagen, wo Finnland etwas mehr den Ball hatte und versuchte, das Tempo zu drosseln - aber wir konnten immer wieder reagieren und den Druck hoch halten. Das war wichtig, das war unser Ziel, hohes Tempo und viel Druck. Ich denke, wir wollten den Sieg einfach ein bisschen mehr als sie.
In Ostrava zu spielen muss für dich ganz speziell gewesen sein. Wie war das Gefühl in den letzten Tagen?
Es ist unglaublich. Ich bin in Ostrava geboren und aufgewachsen. Es gab in meiner Karriere - in der Karriere von uns allen - auch viele Rückschläge und schwierige Momente, wo enge Spiele auf die gegnerische Seite kippten. Wenn man immer dran bleibt und dann mit so etwas hier belohnt wird, nimmt man all diese Rückschläge sehr gerne in Kauf.
Die ganze Arbeit einer zweijährigen WM-Kampagne wird oft anhand eines gewonnenen oder verlorenen Halbfinals für gut oder weniger gut befunden - hast du schon Gedanken an den Final?
Ich hoffe ganz einfach auf einen Sieg und dass die Fans noch einmal komplett ausrasten werden für uns. Wir haben schon so vieles erreicht, aber wir sind noch nicht fertig!
Wen wünschst du dir im Final als Gegner?*
Das bessere Team wird gewinnen. Ich wünsche mir für den Final einfach ein tolles, faires Spiel. Aber wie ihr wisst, spielt meine Freundin (Nathalie Spichiger, die Red.) bei der Schweiz, das ist natürlich eine spezielle Konstellation. Von daher wäre es etwas besonders schönes, wenn wir uns im Final treffen.
* Das Interview fand vor dem Schweizer Spiel statt