02.
2013
Niederlage trotz Antener-Show
Mit 5:8 hat die neuformierte Schweizer Männer-Nationalmannschaft das erste von zwei Länderspielen gegen Tschechien in Yverdon verloren. Zweimal traf die Könizer Neuentdeckung Manuel Maurer. WM-Topskorer Emanuel Antener bereitete vier der fünf Schweizer Tore vor.
Es war ein ungewohntes Bild in der wunderschönen Sporthalle in Yverdon-les-Bains. Ja, es war die Schweizer Unihockey-Nationalmannschaft, aber bis auf WM-Topskorer Emanuel Antener und Youngster Manuel Engel stand kein einziger Akteur auf dem Feld, der im Dezember an der WM dabei war. Antener, erstmals sogar als Teamcaptain im Amt, drückte dem Schweizer Spiel auch den Stempel auf. Bei vier Toren der 5:8-Niederlage gab der Sieger der SML-Skorerwertung das Zuspiel.
Die grosse Überraschung war aber Manuel Maurer. Der 19-jährige Könizer, der erst drei SML-Partien bestritt und in der Skorerliste noch fehlt, da er eine U21-Lizenz besitzt, netzte zweimal eiskalt vor dem tschechischen Tor ein (28./38.). Zuvor hatte Tim Braillard in seinem allerersten internationalen Spiel zum 1:0 (11.) und Manuel Engel zum 2:1 (22.) getroffen. Jedesmal legte Antener mustergültig vor, erst in der 55. Minute erzielte Lukas Meister das erste «Nicht-Antener-Tor.»
Leider kam Meisters Treffer zum 5:7 zu spät. Mit einer Triplette Ende des zweiten Drittels kehrten die Tschechen die Partie, in welcher die Schweizer bis zur 37. Minute jeweils ein Tor vorlegten. Den 2-Tore-Rückstand zu Beginn des Schlussdrittels konnten die Schweizer dann nicht mehr aufholen. «Es fehlte uns ein wenig die Coolness», bilanzierte der Churer Debütant Lukas Thierstein, «die drei schnellen Tore kurz vor der zweiten Drittelspause waren sehr ungünstig.» Das Zusammenspiel habe schon recht gut geklappt, obwohl sich die Mannschaft erst am Freitag erstmals traf, so Thierstein.
«Es war alles sehr professionell vorbereitet und die Stimmung ist sehr gut», berichtet Lukas Thierstein. Die Diskussionen über das Aufgebot im Vorfeld seien beendet, teilt der Churer Stürmer mit, der seit letzter Woche mit einer Gesichtsmaske spielen muss. «Schlussendlich muss es jeder selber wissen. Ich persönlich spiele sehr gern für die Schweiz», sagt Thierstein klar. Auffallend im Schweizer Team die Spielfreude, wenn auch natürlich die Automatismen in den Blöcken noch meist weitgehend fehlten. In der Abwehr müssen sich die Schweizer noch steigern. Die meisten Gegentreffern entstanden nach Konzentrationsfehlern.
Zu reden gab vor allem ein Abwesender. Churs Abwehr-Stratege Lulzim Kamaj trat die Reise in die Romandie nicht an und war für die Verantwortlichen nicht erreichbar. «Wir wissen nicht, wo er steckt», teilte Auswahlchef Mark Wolf achselzuckend mit. Offenbar boykottierte Kamaj das Aufgebot. Ein letztes, unrühmliches Kapitel in der unsäglichen Geschichte «Wer geht zu den Länderspielen eine Woche vor den Play-offs?» Churs Renato Schneider und Joel Hirschi sagten in der Woche zuvor bereits ab.
Schweiz - Tschechien 5:8 (1:1, 3:5, 1:2)
Centre Sportif des Isles, Yverdon-les-Bains. - 650 Zuschauer. - SR Fordell/Vuola (FIN).
Tore: 11. Braillard (Antener) 1:0. 16. Curney (Garcar) 1:1. 22. Engel (Antener) 2:1. 27. Podhrasky (Suchanek) 2:2. 28. Maurer (Antener) 3:2. 32. Podhrasky (Natov) 3:3. 37. Tomasik (Tokos) 3:4. 38. Maurer (Antener) 4:4. 39. Sladky (Tokos) 4:5. 39. Doza (Mikes) 4:6. 54. Garcar (Curney) 4:7. 55. Meister (Graf) 5:7. 59. Curney 5:8.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten gegen Tschechien.
Schweiz: Hitz; Helfenstein, Garnier; Berry, Meister; Bolliger, Bieber; Graf, Ladner; Antener, Engel, Maurer; Cavelti, Braillard, Friolet; Laely, Thierstein, Flühmann; Gerber.
Tschechien: Soucek ; Suchanek, Veltsmid; Sykora, Marvanek; Podhrasky, Garcar; Krenek; Sladky, Tomasik, Tokos; Ondrusek, Mikes, Doza; Natov, Curney, Vavra; Hruby.
Bemerkungen: Antener (Schweiz) und Podhrasky (Tschechien) als beste Spieler ausgezeichnet.