29.
11.
2018
Tschechien | Autor: Güngerich Etienne

Wie weit trägt die Euphorie?

An der Heim-WM in Prag strebt Tschechien den erstmaligen Finaleinzug seit 14 Jahren an. An den bisherigen zwei Weltmeisterschaften im eigenen Land (1998 und 2008) blieben die Tschechen jedoch ohne Medaille. Petri Kettunen findet in seinem Team eine interessante Mischung aus routinierten und jungen Spielern vor.

Wie weit trägt die Euphorie? Tschechien strebt an der Heim-WM den Finaleinzug an. (Bild: Per Wiklund)

Es ist manchmal schwierig, die Pläne von Petri Kettunen zu durchschauen. Vor allem wenn er wie vor zwei Jahren bei der tschechischen Nationalmannschaft ein neues Projekt in Angriff nehmen darf. Dieses heisst: Mission Heim-WM. Dort soll für Tschechien erstmals nach 2004 mindestens die Finalqualifikation herausschauen. Gut zwei Jahre hatte Kettunen Zeit, sein WM-Team zusammenzustellen. An Motivation wird es ihm bei seiner neuen Aufgabe nicht gemangelt haben, die Absetzung als finnischer Nationaltrainer trotz des WM-Titels vor zwei Jahren muss ihn geschmerzt haben. Aber eben auch motiviert, damit er es allen beweisen kann.

Wie weit sind die Jungen?
Kettunen nutzte die Zeit zum Proben. Gegen die 40 Spieler hat er in den letzten zwei Jahren getestet, an den Linien noch bis zur EFT in Uppsala geschraubt. Mit seinem Assistenten Akseli Ahtiainen - wie Kettunen ein grosser Anhänger des Laufsports - liess er seine Mannen in den Zusammenzügen vor allem viel Laufen. Ehemalige Malanser-Spieler, die bei der Ära Ahtiainen dabei waren, wissen wohl nur zu gut, wovon die Schreibe ist. Das tschechische Spiel wurde dadurch allerdings dynamischer als noch in der Vergangenheit. Es dauerte eine Weile, bis Kettunens Ideen griffen. Die Resultate wurden nach und nach besser. Zwar bezwang Tschechien in den letzten zwei Jahren von den Top-4-Nationen nur die Schweiz (zweimal im Penaltyschiessen und einmal mit 5:4), gegen Schweden und Finnland war man zuletzt aber auch näher dran. In Uppsala gelang den Schweden beispielsweise das 5:4 erst sechs Minuten vor Schluss.

Spannend ist die Zusammensetzung des tschechischen Teams, das aus arrivierten und talentierten Akteuren besteht. Angeführt wird es von Matej Jendrisak, der eine grosse SSL-Erfahrung mit sich bringt. Aber auch Tom Ondrusek (Chodov) oder Jiri Curney (Mlada Boleslav) gehören schon seit über vier Jahren zum Stamm. Die beiden könnten mit Jendrisak die erste Formation bilden, abgesichert von Malans' Lukas Veltsmid und dem 20-jährigen Ondrej Nemecek, der in Riga mit seiner Abgeklärtheit beeindruckte. Sicher ist auch, dass Patrik Doza in der zweiten Linie den Center gibt. Der Könizer findet sich nach einigen Anpassungsschwierigkeiten in der Schweiz immer besser zu Recht und gehört in dieser Saison zu den besten NLA-Akteuren. Er hat in der Vorbereitung oft mit dem ehemaligen Ersiger Daniel Sebek zusammengespielt. Und dann bleiben noch die Jungen Marek Benes (21), Adam Delong (22) und Filip Langer (16). Sie sind alle hochtalentiert, aber können sie schon in den grossen Spielen das Zünglein an der Waage spielen?

Die Erwartungen in Tschechien sind gross, die WM-Euphorie soll das Team bis in den Final tragen. Doch die Sportgeschichte zeigt: der Grat ist schmal, Euphorie kann sich schnell in Druck umwandeln. Bei den bisherigen zwei Weltmeisterschaften vor zehn und zwanzig Jahren blieb Tschechien ohne Medaille. Vielleicht war 2008, als es im Spiel um Platz drei gegen die Schweiz in die Overtime ging, der Druck doch grösser als auf Seiten der Schweizer. Simon Stucki nutzte dies aus und bescherte der Schweiz Bronze. In diesem Jahr soll es aus tschechischer Sicht anders kommen. Weil sich beide Nationen in der gleichen Gruppe befinden, ist ein Duell Schweiz - Tschechien im Final wieder möglich - sowohl im grossen, als auch im kleinen.


 

Das WM-Aufgebot von Tschechien:

Tor: Lukas Bauer (Mlada Boleslav), Lukas Soucek (Vitkovice).
Verteidiger: Jiri Bauer (Ostrava), Milan Garcar (Sparta Prag), Martin Kisugite (Tigers Langnau/SUI), Ondrej Nemecek (Linköping/SWE), Martin Prazan (Florbal Chodov), Patrik Suchanek (Helsingborg FC/SWE), Lukas Veltsmid (Alligator Malans/SUI).
Stürmer: Marek Benes, Filip Langer (beide Tatran Stresovice), Jiri Curney, Milan Tomasik (beide Mlada Boleslav), Adam Delong, Josef Rypar (beide Vitkovice), Patrik Doza (Floorball Köniz/SUI), Matej Jendrisak (Linköping/SWE), Mikulas Krbec, Tom Ondrusek (Florbal Chodov), Daniel Sebek (Helsingborg FC/SWE).


Die Spiele von Tschechien:

Samstag, 1. Dezember
Deutschland - Tschechien
18:15 Uhr - O2-Arena, Prag

Sonntag, 2. Dezember
Lettland - Tschechien
17:00 Uhr - O2-Arena, Prag

Dienstag, 4. Dezember
Tschechien - Schweiz
19:30 Uhr - O2-Arena, Prag

 

Die Vorstellung des WM-Kaders:

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Tabellen

1.Grasshopper Club Zürich141:7652
2.SV Wiler-Ersigen144:8947
3.Floorball Köniz113:9942
4.UHC Alligator Malans133:9240
5.Chur Unihockey119:11937
6.Zug United144:13635
7.UHC Uster101:11035
8.HC Rychenberg Winterthur111:13430
9.Tigers Langnau115:13028
10.Waldkirch-St. Gallen100:12827
11.UHC Thun98:14313
12.Kloten-Dietlikon Jets103:16610
1.piranha chur129:4351
2.Kloten-Dietlikon Jets120:5245
3.Wizards Bern Burgdorf118:6141
4.Unihockey Berner Oberland95:6636
5.Skorpion Emmental Zollbrück102:6933
6.R.A. Rychenberg Winterthur54:9320
7.UHC Laupen ZH55:9519
8.Zug United55:9713
9.UH Red Lions Frauenfeld42:1087
10.Aergera Giffers49:1355
1.Ad Astra Sarnen147:9059
2.Unihockey Basel Regio136:8754
3.Floorball Thurgau139:10443
4.Ticino Unihockey121:12039
5.I. M. Davos-Klosters118:11634
6.Unihockey Langenthal Aarwangen120:12634
7.Regazzi Verbano UH Gordola116:11828
8.Floorball Fribourg90:11026
9.RD March-Höfe Altendorf108:13325
10.UHC Sarganserland92:11522
11.Pfannenstiel Egg95:12319
12.UHC Grünenmatt93:13313
1.FB Riders DBR82:6240
2.Hot Chilis Rümlang-Regensdorf75:5238
3.SU Mendrisiotto106:7537
4.Unihockey Basel Regio109:8430
5.UH Appenzell76:6429
6.Waldkirch-St. Gallen77:6626
7.UH Lejon Zäziwil77:8123
8.Floorball Uri58:7321
9.UC Yverdon48:6821
10.UHC Trimbach43:1265

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