16.
04.
2015
NLA Männer | Autor: "Nordwestschweiz"

«Es gibt keine zweite Chance»

Wiler-Verteidiger Tatu Väänänen trifft im Superfinal auf seinen ehemaligen Klub.

«Es gibt keine zweite Chance» Der nächste Schritt: Tatu Väänänen will den Superfinal gewinnen (Bild Anita Reinhard)

Er wurde in Finnland die letzten drei Jahre in Folge zum Unihockeyaner des Jahres gewählt, feierte den Weltmeistertitel, führt als Captain das Nationalteam an - und doch ist Wiler-Verteidiger Tatu Väänänen keiner, der für die grossen Schlagzeilen in den Medien sorgt. Vor dem Superfinal vom kommenden Samstag gegen Alligator Malans ist es höchste Zeit, den ruhigen Verteidigungsminister von Titelverteidiger Wiler-Ersigen näher vorzustellen.

Die Szenen sind immer noch allgegenwärtig. Im fünften Halbfinalspiel gegen die Tigers Langnau liegt Wiler weit nach Spielmitte mit 2:7 zurück. Den Akteuren des Meisters zittern Knie und Hände, nur noch wenige der 850 Zuschauer in Kirchberg wetten einen Batzen auf einen Sieg von Grünweiss. Tatu Väänänen hält es längst nicht mehr hinter der Mittellinie aus. Sein cooles Zuspiel zu Christoph Hofbauer nach 37 Minuten zum dritten Wiler Treffer läutet die Wende ein, die schliesslich in einem spektakulären 9:8-Sieg und der 14.Finalqualifikation in 15 Jahren gipfelt.

Dass der ruhige Verteidiger Väänänen auch offensive Glanzlichter setzt, geht gerne vergessen. «Ich bin kein spektakulärer Spieler», sagt der 31-Jährige bescheiden. Lassen wir also die Zahlen sprechen. Diese Saison liess er sich bereits 25 Skorerpunkte (10 Tore/15 Assists) gutschreiben. «Wir wissen sehr wohl, wie wertvoll Tatu für das Team ist», sagt Sportchef Marcel Siegenthaler. Kein Wunder, verlängerte man den Vertrag mit dem Spieler vorzeitig auf unbestimmte Zeit.

Die schöne Zeit bei Malans
Väänänen kam im Sommer 2013 vom finnischen Meister SPV zu Wiler-Ersigen. In der Saison 2006/07 spielte er bereits einmal in der Schweiz, notabene für den jetzigen Finalgegner Alligator Malans. «Damals habe ich die Schweiz als Land schätzen und die Leute hier lieben gelernt», blickt Väänänen zurück, «und ich sagte mir, dass ich irgendeinmal wieder hier spielen werde». Und so kam es.

Im vorletzten Sommer zog die junge Familie nach Zuchwil. Die Söhne Emil und Noel gehen zur Schule respektive in den Kindergarten, die Ehefrau arbeitet als Krankenschwester, Papa Tatu verdient sein Geld aus Unihockeyspieler und Angestellter in einer Firma eines Vereinssponsors. «Uns gefällt es hier. Wir wollen noch eine Weile bleiben», sagt Väänänen schmunzelnd. Ab kommender Saison wird der Verteidiger eine weitere Aufgabe im SVWE übernehmen. Zusammen mit Beat Wyss trainiert er die U16-A-Junioren. «Ob ich eine Trainerlaufbahn einschlagen werde, kann ich noch nicht sagen», so Väänänen, «ich freue mich erst einmal auf die Arbeit mit den Jungs.»

Bevor er sich auf seine neue Aufgabe konzentrieren kann, steht noch das Highlight der Saison an - der Superfinal gegen seinen ehemaligen Verein. Die Meinungen über die erstmalige Titelvergabe in nur einem Spiel sind längst gemacht, im Berner Lager ist man darüber gelinde gesagt wenig glücklich. Was sagt Tatu Väänänen? «Das ist so eine Sache mit diesem Superfinal. Für uns Spieler wird es sicher interessant werden mit den vielen Fans in der grossen Halle, mit dem Fernsehen, mit der speziellen Stimmung. Wir müssen uns mental sehr gut vorbereiten.» In einer Best-of-7-Serie könne man ein, zwei Spiele verlieren und dennoch den Titel holen. «Am Samstag aber gilt es ernst. Es gibt keine zweite Chance.»

Apropos vorbereiten. Laut Sportchef Siegenthaler werde das Team nichts ändern bei der Anreise nach Kloten. «Wir bereiten uns vor wie bei jedem Auswärtsspiel.» Und das sei es auch, so Siegenthaler weiter, ein Auswärtsspiel für den Sieger der Qualifikation.

Zeitungsbericht "Solothurner Zeitung/MLZ"

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