10.
2017
Johnsson erwartet mehr von sich
Wiler-Ersigens neue Tormaschine Daniel Johnsson spuckte bisher mehr Assists als Tore aus. Der Schwede ist mit seinen bisherigen Auftritten in der Schweiz noch nicht ganz glücklich und befindet sich auf der Suche nach seiner Position. Wir haben beim 30-Jährigen nachgefragt.
Blenden wir kurz zurück. Am Czech Open hast du erstmals für Wiler getroffen und sogleich sicherte sich ein Mitspieler den Ball. Sammelst du solche Andenken oder hast du keine Ader dafür?
Daniel Johnsson: Ich mag solche Erinnerungsstücke sehr - verliere sie aber regelmässig, weil ich nicht weiss, wo ich sie lagern soll (lacht). Den Ball meines ersten NLA-Tores habe ich immer noch in meiner Sporttasche. Mit einem grossen Stück Tape drauf, damit er nicht verloren geht.
Du wurdest als Tormaschine angekündigt, stehst aber nach sieben Runden mit vier Toren und sieben Assists da.
Das ist für mich tatsächlich sehr ungewöhnlich, mehr Assists als Tore auf dem Konto zu haben. Ich wurde im Team und Verein super aufgenommen, ich kann mich eigentlich über nichts beklagen - aber die Tore fehlen schon noch. Ich sehe mich als Skorer, da muss mehr von mir kommen.
Ist das einfach Jammern auf hohem Niveau oder suchst du deine Rolle noch?
Bei Helsingborg spielte ich rund zehn Jahre an der Seite von Linus Nordgren. Wir verstanden uns blind, wussten immer, was der andere macht oder wohin er läuft. Das fehlt mir aktuell, ich bin noch auf der Suche nach meiner richtigen Position im Spiel von Wiler.
Liegt es auch daran, dass in der Schweiz ganz anders gespielt wird als in Schweden? Gerade Helsingborg pflegte mit der ersten Formation um Kohonen und Kivilehto in den letzten Jahren ein sehr langsames Spiel.
Das kannst du laut sagen. Aber nein, es geht einfach darum herauszufinden, mit welchen Mitspielern es am besten klappt.
Kannst du diesbezüglich deine Meinung anbringen oder bei Cheftrainer Thomas Berger Forderungen stellen?
Das entscheidet immer der Coach. Als Spieler versuchst du es dann möglichst gut umzusetzen, egal mit wem du gerade in der Linie spielst. Im Moment ist es noch zu früh für eine Bilanz.
Wie läuft es neben dem Feld?
Ich arbeite zwei Tage pro Woche als Transfer-Drucker, wie schon in Schweden. Hier gibt es also keinerlei Anlaufschwierigkeiten. Ich hoffe aber, dass ich mein Pensum bald noch etwas erhöhen kann.