07.
12.
2023
Nati Frauen A | Autor: Güngerich Etienne

Oscar Lundin: "Intensität hoch halten"

Bevor es am Samstag zum Halbfinal gegen Schweden kommt, muss die Schweiz im Viertelfinal die Hürde Slowakei überspringen. Oscar Lundin verrät im Interview, auf was sein Team im Viertelfinal achten soll und ob er bereits ein Auge auf Schweden geworfen hat.

Oscar Lundin: Oscar Lundin steht mit der Schweiz vor seinen ersten K.O.-Spielen an einer WM. (Bild: Fabian Trees)

Die erste Phase der WM ist vorbei. Aus den Spielen gegen Lettland und Polen wirst du als Trainer nicht allzu viele hilfreiche Schlüsse gezogen haben. Nach dem Spiel gegen Finnland hast du am TV gesagt, du müsstest vor allem die Startphase gründlich analysieren. Was kam nun dabei heraus?
Oscar Lundin: Die Analyse vom Finnland-Spiel ist eigentlich abgeschlossen und unser Blick ist nach vorne gerichtet. Aber ich versuche nun nochmals kurz zurück zu schauen. Im zweiten Gruppenspiel können wir mit unserem «Zone Exit» nicht ganz zufrieden sein. Das heisst, wir hatten bei Ballgewinn keine richtig gemeinsame Idee. Ein Beispiel: Zwei Spielerinnen unterstützten nach Ballgewinn die Ballführende, während die anderen auf den Konter umschalten wollten. Das führte dazu, dass wir denn Ball wieder schnell verloren. Zudem haben wir auch schlicht zu viele 1-gegen-1 verloren. Wir mussten nach den ersten zwei Dritteln zwar unseren Gameplan ändern. Positiv war jedoch, wie wir dies hinkriegten.

Hatte der 1:8-Rückstand nach zwei Dritteln im mentalen Bereich seine Ursache?
Nein, wir waren bereit. Aber nach dem 0:2 stand es dann halt 0:3 anstatt 1:2. Solche Spielsituationen können manchmal entscheidend sein. Wir schafften es diesmal nicht, nach dem 0:3 genug stark zu bleiben und die Partie wieder in eine andere Richtung zu lenken. Aber in der Vergangenheit ist uns dies schon mehrfach gelungen und wir zeigten eine ganz andere Reaktion.

Nun wartet im Viertelfinal die Slowakei. Die Osteuropäerinnen spielen ein frauorientiertes 2:1:2-System. Was gilt es sonst noch zu beachten?
Da sie eng an den Gegenspielerinnen sind, wird es wichtig sein, dass wir viel laufen und so Freiräume schaffen. Wir wollen aufs Tempo drücken sowie die Intensität hoch halten und das Spiel mit und ohne Ball kontrollieren. Auch das Nachsetzen wird wichtig sein.

Ihr hattet nach dem Lettland-Spiel drei Tage Pause. War das nicht ein bisschen viel?
Der erste Tag stand im Zeichen der Erholung. Am Mittwoch begannen wir dann wieder zu arbeiten. Wir schauten in den Trainings die Defense und das Spiel ohne Ball an. Am Donnerstag gab es viel Theorie und wir schufteten an unserem Offensivspiel sowie den Special Teams. Von dem her ging die spielfreie Phase ideal auf.

Mit der bisherigen Quote musste an den Special Teams wohl nicht allzu fest gefeilt werden?
Wir kassierten in Unterzahl nur einen Gegentreffer und nutzten alle drei Powerplay-Möglichkeiten aus. Dazu erzielten wir auch im 6-gegen-5 vier Treffer. Die Spezial-Formationen haben also viel Selbstvertrauen, was sowieso das Wichtigste ist.

Während den drei Gruppenspielen ist es dir gelungen, alle 18 Feldspielerinnen mehr oder weniger gleichmässig einzusetzen. Du hattest auch die Gelegenheit, verschiedene Zusammensetzungen in den Linien zu proben. Gegen die Slowakei dürften aber nun schon die Formationen zum Zug kommen, die dann auch in einem allfälligen Halbfinal auflaufen würden, oder?
Die Zeit des Ausprobierens ist nun vorbei. Es geht nun schon darum, die 15 Spielerinnen aufs Feld zu schicken, die uns zum Sieg bringen können. Wir haben gesehen, welche Konstellationen funktionieren, wobei das Gerüst immer Bestand hielt.

Céline Stettler spielt bis jetzt ein starkes Turnier. In den ersten zwei Spielen war sie in der dritten Formation, gegen Lettland dann in der Top-Linie. Spielt sie dort, hat diese Reihe noch mehr Offensiv-Power. Dafür würde in der dritten Formation einiges an Substanz verloren gehen. Eher eine Top-Linie mit den besten Kräften oder lieber drei ausgeglichene Blöcke? Solche abwägende Fragen dürften dich momentan beschäftigen.
Das ist so. Ich werde dir aber darauf keine schlüssige Antwort geben. Die erste Linie hat in allen Varianten gut funktioniert, ob mit Luana Rensch, Marylin Thomi oder Céline Stettler. Und bei deinen Gedanken kommt es halt auch immer auf die Linien-Konstellation des Gegners an.

Wird die Slowakei bezwungen, steht am Samstag der Halbfinal gegen Schweden an. Hand aufs Herz: als Trainer musst du dich doch schon mit dem Rekord-Weltmeister befasst haben, um gut vorbereitet zu sein?
Ich persönlich habe mich in diesem Turnier nicht allzu fest mit Schweden auseinandergesetzt. Aber ich habe ja zum Glück einen ganzen Staff zur Seite, der diesen Job übernehmen konnte. David Jansson etwa, der uns als Tribünencoach behilflich ist, hat sicher hie und da ein Auge auf Schweden geworfen. Auch Tschechien behält man immer irgendwie im Blickfeld. Grundsätzlich wird da aber nichts Neues auf uns zu kommen, wir haben ja schon an den EFT's immer wieder gegen diese Teams gespielt.

 

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