12.
2025
Fitzi: «Haben das heute 1000 mal erwähnt»
Stürmerin Seraina Fitzi war mit ihren zwei herrlichen Toren im ersten Drittel und dem Assist zum 6:1 eine der auffälligsten Spielerinnen beim Sieg im Halbfinal gegen Schweden. Sie erzählt uns nach der Partie, welche weiteren Faktoren besonders wichtig waren.
Fangen wir mit deinen zwei Toren an - das erste war frech, das muss man sich erst mal trauen. Das zweite dann einfach wunderschön. Wie fühlte es sich auf dem Feld an?
Seraina Fitzi: Ja, das war unglaublich schön. Im Viertelfinal gelang es mir noch nicht wunschgemäss mit dem Skoren, aber heute umso besser. Ich konnte meinen Kopf umstellen. Das Spiel war von Anfang bis Schluss einfach amazing. Die Tore fühlten sich natürlich super an, und dass Anja meinen Pass in diesem wichtigen Moment verwerten kann, auch dies muss erst einmal gelingen. So hat auch sie wichtigen Anteil am Sieg.
Headcoach Oscar Lundin, schickte uns morgens um 5 Uhr noch eine Nachricht um zu betonen, dass du auch viele Abschlüsse gegen die Slowakei hattest und deine Leistung in diesem Spiel nicht zu schlecht bewertet werden darf. Um auch unsere jüngere Leserschaft anzusprechen: Gerig macht im Viertelfinal sieben Punkte, dann kommt Fitzi und sagt «Hold my beer»?
(Lacht schallend) - das nimmt man gerne. In einem Halbfinal solche Tore zu schiessen, da kann man wirklich nichts dagegen einwenden. Und ja, genau, die Statistik mit den Abschlüssen gegen die Slowakei ist mir natürlich auch bekannt.
Fotogalerie
Nach einem Drittel steht es 4:1, noch vor Spielhälfte 5:1. Ihr sagt immer, ihr habt für alles einen Plan, aber so eine frühe, deutliche Führung gegen Schweden ist doch ungewohnt. Wie geht man damit um?
Wir haben uns immer gesagt: Wir nehmen Stück für Stück, einfach immer die nächsten 10 Minuten, und schauen nicht weiter voraus. Das ist sicher ein Fehler, den wir früher auch schon machten, zu weit voraus zu denken. Ich musste mich selber immer wieder ermahnen: Die nächsten 10 Minuten sind die wichtigsten. Die nächsten 10 Minuten - wir haben das heute tausend Mal erwähnt im Team. In meinen Augen war das der Schlüssel zum Sieg. Und natürlich die Aggressivität, mit der wir gespielt haben, das muss auch gesagt sein.
Nehmen wir in dem Fall die letzten 10 Minuten. Wie fühlten die sich an?
Unsere Bank war heute einfach genial. Wir haben alles gefeiert - wenn Schweden daneben schoss, wenn wir einen Schuss blockten, jede Goalie-Parade, wir haben wirklich jede positive Aktion für unser Team gefeiert. Das hat heute auch für einen Unterschied gesorgt. Und dann darf man natürlich unseren 7. Spieler nicht vergessen: Unsere Fans, die uns durch den Match getragen haben, das gibt Gänsehaut, so etwas erleben zu dürfen. Einfach unglaublich.
Morgen wird es noch etwas lauter...
Eindeutig, ja (lacht)!
... und erstmals steht an einer Unihockey-WM weder Schweden, noch Finnland im Final. Verrückt. Hast du schon Gedanken für morgen?
Da geht mir noch gar nichts durch den Kopf (lacht). Ich bin einfach unendlich froh, dass wir heute gewinnen konnten und morgen - oder heute Abend, wenn ich im Bett liege - blicke ich auf den morgigen Tag voraus. Jetzt gilt es, diese Atmosphäre hier noch zu geniessen und die Freude mit dem Team zu teilen. Die Freude, dass wir diese - man muss es schon so sagen - Überraschung heute geschafft haben.
Schweden wurde erstmals an einer Frauen-WM überhaupt von der Schweiz bezwungen. Im Rahmen einer WM-Kampagne arbeitet man doch extrem auf den Halbfinal hin, habe ich das Gefühl.
Es stimmt, dass das Finalwochenende das grosse Ziel ist und extrem viel investiert wird, um in diesem Moment bereit zu sein. Ich glaube aber, wir haben bisher immer Tag für Tag genommen und nicht zu weit voraus geschaut. So auch heute, und das zeichnet uns während dieser Kampagne aus. Somit ist das morgen einfach der nächste Schritt, auf den wir uns extrem freuen.