11.
2013
Zu wenig Feuer bei der Schweiz
Zum Abschluss der Euro Floorball Länderspiele in Schaffhausen verliert die Schweiz nach einer mässigen Vorstellung auch gegen Tschechien im Penaltyschiessen 4:5. Erst in der 58. Minute gelang Paolo Riedi der Ausgleich, zuvor hatte Manuel Engel drei Tore erzielt. Die EFT-Bilanz ist zwiespältig.
Nach der starken Vorstellung am Samstag gegen Schweden, war die Hoffnung gross, dass die Schweizer Unihockey-Männer gegen Tschechien nicht nur als gefühlter, sondern auch als «wirklicher» Sieger das Spielfeld verlassen würden. Die Hoffnung war aber lange vergebens. Bei den Schweizern fehlte die letzte Überzeugung, wohl auch die Kraft, um die letzten nötigen Prozente für einen Sieg aus sich heraus zu pressen. Dass Tschechien das Penaltyschiessen - vor allem dank einem starken Tomas Kafka, der extra für das Penaltyschiessen eingewechselt wurde - gewann, war absolut verdient. Zu wenig hatten die Schweizer in den 60 Spielminuten zuvor für einen Sieg gemacht.
Tschechien effizienter
Nah dran gegen Schweden ist eine hoffnungsvolle Sache, nah dran an Tschechien eher besorgniserregend. Vor allem die Konzentrationslücken nach eigenen Treffern dürften der Trainercrew rund um Petteri Nykky zu denken gegeben haben. Nach Manuel Engels 1:0 (9.), dauerte es nur knapp eine Minute ehe Vojtech Skalik ausgleichen konnte. Genau eine Minute brauchte dann Ondrej Mikes (26.), um Engels zweiten Streich mit dem dritten Tor Tschechiens zu beantworten. Dazwischen hatte Dalen-Söldner Patrik Suchanek in Überzahl das 2:1 für Tschechien erzielt (15.). Noch vor der Pause erhöhte Skalik - von seinen Malanser Teamkollegen vor dem Tor vergessen - auf 4:2.
Später Ausgleich
Im Schlussdrittel schalteten die Schweizer einen Gang höher. Auf zwei Verteidigungspaare und drei Sturmreihen - darunter dem eingewechselten Manuel Maurer - reduziert, konnten die Schweizer etwas mehr Druck entfachen. Engel mit seinem dritten persönlichen Treffer nach einem Schlenzer von Kevin Berry brachte die Hoffnung zurück (43.). Doch es dauerte bis zur 58. Minute ehe Paolo Riedi den Ausgleich erzielen konnte.
Zwiespältiges Fazit
Das Fazit des EFT in Schaffhausen ist zwiespältig. Einerseits steht die starke Leistung gegen Schweden zu Buche, daneben auch die mässigen Auftritte gegen Finnland und Tschechien. Offensichtlich war, dass einige der aufgebotenen Spieler überfordert waren mit dem internationalen Rhythmus oder ausser Form waren. Vor allem im Abschluss sündigten die Schweizer (zu) oft, daneben setzte es auch immer wieder defensive Aussetzer ab. Es gab aber auch Lichtblicke, wie die Reihe mit Michael Zürcher - old, but gold - dem unbeschwerten Youngster Paolo Riedi und Nico Scalvinoni. Mit Spannung darf das Aufgebot für die WM-Qualifikation Ende Januar erwartet werden.
Schweiz - Tschechien 4:5 n.P. (1:2; 1:2; 2:0)
BBC Arena Schaffhausen - 1933 Zuschauer - SR: Larinovs/Gross (LAT)
Tore: 08:15 Manuel Engel (Emanuel Antener) 1:0, 09:04 Vojtech Skalik 1:1, 14:34 Patrik Suchanek 1:2, 24:04 Manuel Engel (Emanuel Antener) 2:2, 25:04 Mikes Ondrej (Martin Zozulak) 2:3, 33:17 Vojtech Skalik (Matej Jendrisak) 2:4, 42:41 Manuel Engel (Kevin Berry) 3:4, 57:49 Paolo Riedi (Nico Scalvinoni) 4:4
Penaltyschiessen: Skalik -, Engel -, Ondrasek -, Zürcher -, Curney -, Hofbauer -, Jendrisak 0:1, Riedi -.
Strafen: 13:42 Claudio Laely 2', 37:37 Martin Tokos 2'
Schweiz: Martin Hitz; Renato Schneider, Lukas Meister; Martin Joss, Luca Graf; Kevin Berry, Michael Garnier; Emanuel Antener, Matthias Hofbauer, Manuel Engel; Sandro Dominioni, Tim Braillard, Joel Friolet; Nico Scalvinoni, Michael Zürcher, Paolo Riedi; Claudio Laely, Marc Oliver Gerber, Manuel Maurer
Tschechien: Jan Barak; Michal Podhrasky, Marek Deutsch; Patrik Suchanek, Jan Jelinek; Tomas Sykora, Daniel Sesulka; Radim Krenek; Vojtech Skalik, Matej Jendrisak, Jiri Curney; Petr Prazak, Tomas Sladky, Martin Tokos; Martin Zozulak, Mikes Ondrej, Patrik Doza; Tom Ondrusek, Radek Vales
cool 178.195.32.242
03. 11. 2013