05.
03.
2015

Neuer Anlauf mit Jansson

Keller Damian

Von: Keller
Damian

Es gibt Leute, die sich bezüglich Nationalteam derzeit desillusioniert zeigen. Man werde in den nächsten Jahren an Weltmeisterschaften ohnehin nur Rang 3 oder 4 belegen, also könne man sich das Geld für einen teuren Nati-Trainer gleich sparen. Kurz vor der WM einen motivierten Klubtrainer suchen, der die formstärksten Spieler zusammentrommelt und ab mit diesen zu den Titelkämpfen - das sei die Lösung.

Zugegeben: Nimmt man die letzten zwei Jahre zum Massstab, klingt diese Variante reizvoll. Doch man sollte nicht vergessen: 2012, 2010 und 2008 fehlte der Schweizer Nati im Halbfinal jedesmal nur ein Tor, um in den Final vorzustossen. Man darf das Wort „Pech" im Sport nicht überstrapazieren, aber doch, manchmal war es schlicht Pech, dass es nicht zu mehr gereicht hat. Mit einer gezielten Vorbereitung vor WM-Turnieren ist es möglich, der Konkurrenz aus dem Norden und Osten Paroli zu bieten. Und die Nati ist nun mal das Aushängeschild unseres Sports. Nicht nur ideell. Ohne die Heim-WM vom Dezember 2012 gäbe es im kommenden April kaum eine Live-Übertragung des Superfinals.

Mit David Jansson kommt nun also der nächste ausländische Chef, der die Schweizer auf den richtigen Weg führen soll. Erstaunlicherweise nach Urban Karlsson erst der zweite Schwede in der 30-jährigen Geschichte von swiss unihockey. Ein offener, junger, enthusiastischer Unihockeyverrückter, der bei Floorball Köniz bereits gezeigt hat, dass er in der Schweiz arbeiten kann. Jansson unterscheidet von Petteri Nykky primär einmal, dass er a) in der Schweiz leben wird (absolut nötig), b) fliessend Deutsch spricht (sicher von Vorteil) und c) sich vermehrt in der Ausbildung engagieren wird (weshalb die Deutschkenntnisse bei der Trainersuche sogar ein Muss waren).

Gerade der letzte Punkt ist von zentraler Bedeutung. Ohne drastische Verbesserungen im Ausbildungsbereich werden wir tatsächlich auch in den kommenden Jahrzehnten immer nur auf das Glück hoffen können. Die Schweiz verfügt über einen kleineren Pool an Talenten als Schweden (über 100'000 mehr Lizenzierte als die Schweiz), Finnland und - wer es noch nicht gemerkt hat - auch Tschechien. Also muss die Ausbildung besser sein als bei der Konkurrenz. In der Wirtschaft können wir es. Im Fussball wurde die Schweiz U17-Weltmeister. Im Unihockey ist es noch ein weiter Weg. Und eine grosse Aufgabe für einen 35-Jährigen, auch wenn er aus dem Mutterland des Unihockeysports kommt.

Hello again 188.61.249.75

20:16:28
07. 03. 2015
Es ist schon interessant dass man mehrere Jahre gebraucht hat um zu erkennen, dass ein Mati Trainer Deutsch verstehen sollte und vorallem in der Schweiz wohnen müsste. Wie sonst soll der Nati-Trainer seine Spieler beobachten und selektieren können ? Also Neue Karten, neues Glück.

seppl 46.127.28.48

23:02:55
05. 03. 2015
Guter Artikel!
Ich habe noch heute im Ohr, wie Matthias Hüppi in die Mikrofone von SRF brüllte: «Türkyilmaz. Türkyilmaz... Kubilay Türkyilmaz könnte die Schweiz zum Sieg schiessen in... Das Wunder von Neuenburg
Die allererste Unihockey-WM 1996 in Schweden ging noch ziemlich unbemerkt an mir vorbei. Für mich stand damals das lokale Schaffen im Verein im Vordergrund - „wer bringt am... Prager Geschichten
Die Bekanntgabe von Jyri Korsman als neuer Trainer von Floorball Köniz ab nächster Saison löste einen Schwall an Mitteilungen aus. Trainerkollegen und ehemalige Spieler... Professor Korsman
Auf die Saison wird es drei neue Regeln geben. So zumindest kann man das auf (sehr) einschlägigen Websites (vermutlich ist hier der Plural schon falsch) lesen. Eigentlich ist... Cool, vernünftig und dämlich

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